Stuttgart / lsw Gericht verurteilt die zwei Männer, die eine Frau ins Elsass verschleppt haben, wegen schwerer Freiheitsberaubung.

Für die Entführung einer Frau ins Elsass sind die beiden Entführer in Stuttgart zu Haftstrafen von fünf Jahren sowie drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Anwälte, Staatsanwaltschaft und Kammer hatten sich zuvor auf einen Strafrahmen wegen schwerer Freiheitsberaubung verständigt.

Die beiden 52 und 24 Jahre alten Männer hatten die Ex-Partnerin des Älteren Anfang Juni 2019 nach einer Irrfahrt mit einem Wohnmobil aus dem Rems-Murr-Kreis ins Elsass verschleppt. Dort befreite die französische Polizei die Frau nach acht Tagen.

Die Angeklagten hatten die Tat im Prozess zunächst als „Missverständnis“ und „Irrfahrt“ bezeichnet. Nach der Verständigung gestanden sie die Tat. „Es tut mir sehr leid“, sagte der 52-Jährige.

Unbekannt bleibt, was die Männer zur Tat getrieben hatte und warum sie ihrem Opfer nicht viel früher die Freiheit schenkten. Nach Ansicht der Anwälte war der ältere Mann eifersüchtig auf den neuen Freund seiner früheren Partnerin. Panik und massive Verlustängste hätten ihn geleitet, sagte seine Verteidigerin.

Der jüngere Komplize sei aus Polen nur nach Deutschland mitgekommen, weil er in der Werkstatt des Mannes gearbeitet habe und loyal zu seinem Chef sein wollte, sagte die Verteidigerin. Der Staatsanwalt bezeichnete die Tat als „aus dem Ruder gelaufenes Beziehungsdelikt“. dpa