dna Ein 20-Jähriger rast mit einem gemieteten Jaguar durch Stuttgart und tötet zwei Unschuldige. War das Mord? Darüber sprechen wir in der zweiten Folge von „Akte Südwest“.

Nur 85 Sekunden dauert die Fahrt, an deren Ende zwei junge Menschen tot sind. Ein 20-Jähriger rast am 6. März 2019 um kurz vor Mitternacht durch die Stuttgarter Innenstadt. Er hat sich einen Jaguar mit 550 PS gemietet und dreht dort schon den ganzen Tag seine Runden. Für eine letzte Runde Vollgas nimmt er nochmal einen Freund mit, um ihm zu zeigen, was der Sportwagen so alles kann. Mit mindestens 160 Stundenkilometern brettert er über die Rosensteinstraße im Stuttgarter Norden. Er muss einem abbiegenden Auto ausweichen, reißt das Steuer herum und gerät ins Schleudern. Genau in diesem Moment fährt ein junges Pärchen nach der Spätschicht im Kino aus der Tiefgarage und will auf die Rosensteinstraße einbiegen. Der Jaguar prallt in den kleinen, weißen Citroen von Ricardo K. (25) und Jaqueline C. (22). Beide sind sofort tot.

Wie konnte das passieren? Wie kommt ein 20-Jähriger an ein Auto, das über 100 000 Euro kostet? Und war das ein tragischer Unfall oder sogar Mord? Darüber sprechen wir in der zweiten Folge unseres Kriminalpodcasts „Akte Südwest“ mit unserer Reporterin Melissa Seitz, die am Tag nach dem Unfall vor Ort war und den Fall für die SÜDWEST PRESSE von der ersten Unfallmeldung bis zur Verurteilung des 20-Jährigen begleitet hat.

Emotionale Aussagen der Eltern

Sie beschreibt einen jungen Mann, der sich gerne teure und schnelle Sportwagen ausleiht, um damit angeben zu können und hat den 20-Jährigen auch im Gerichtssaal erlebt. „Ich hatte mit einem anderen Typ Mensch gerechnet“, sagt sie. Der 20-Jährige sei sehr schmal gewesen und habe mit seinem Hemd eher wie „ein kleines Bübchen ausgesehen“. „Nicht die Art Macho-Raser, die man sich vielleicht vorstellt.“

Und sie berichtet von emotionalen Aussagen der Eltern der beiden Unfallopfer, die beschrieben haben, wie Ricardo und Jaqueline waren, wie sie nach Stuttgart gekommen sind, und was sie mit ihrem jungen Leben noch vor hatten.

Die Details erfahren Sie ab heute in der neuen Folge unseres Kriminalpodcasts „Akte Südwest“, die ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen und auf swp.de/akte zum Download und Anhören bereitsteht.

Mit dem Podcast „Akte Südwest“, der im Juni sehr erfolgreich gestartet ist und überwiegend positives Feedback erfahren hat, bereiten wir für Sie einmal pro Monat einen Kriminalfall aus Baden-Württemberg auf und sprechen mit den Reportern aus den Redaktionen des Partnerverbunds der SÜDWEST PRESSE, die große Erfahrung in der Berichterstattung über Verbrechen haben. Ganz nebenbei erklären wir auch wichtige juristische Begriffe – in dieser Folge unter anderem den Unterschied zwischen Mord und Totschlag. dna

Fragen, Feedback oder Anregungen gerne per Mail: podcast@swp.de

Kollegin aus Stuttgart

In der zweiten Folge von „Akte Südwest“ sprechen wir mit Reporterin Melissa Seitz (25), die bis vor wenigen Monaten in der Stuttgarter Redaktion der SÜDWEST PRESSE gearbeitet hat und jetzt Mitglied der Bild-Redaktion in Stuttgart ist. Der Raserunfall war ihr erster großer Kriminalfall, den sie von Anfang an begleitet hat – und der sie auch nicht immer kalt gelassen hat. „Wir haben im Prozess gehört, wie die Opfer zu Tode gekommen sind, an welchen Verletzungen sie gestorben sind. Das war schon sehr hart“, sagt sie.