Stuttgart / lsw Wegen Corona sagen viele Paare ihre Hochzeit ab. Die Branche hofft, dass einige das Fest noch 2020 nachholen.

Weil viele Paare ihre Hochzeit wegen der Corona-Beschränkungen auf das kommende Jahr verschoben haben, befürchtet die Branche Engpässe für 2021. „Die Termine bei vielen Standesämtern, Locations und Dienstleistern werden knapp“, hieß es beim Bund deutscher Hochzeitsplaner. Auch der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Baden-Württemberg befürchtet Staus. Sicher voraussagen könne das derzeit aber niemand, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl.

Bei den Standesämtern im Südwesten häufen sich die coronabedingten Hochzeitsabsagen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. In Heidelberg und Freiburg waren es bisher jeweils rund 50 Trauungen. Das größte Standesamt in Stuttgart verzeichnete 28 Absagen. In Langenargen am Bodensee waren es etwa 15. Maskenpflicht gilt auch in den Standesämtern. Um den Mindestabstand einzuhalten, muss häufig die Zahl der Gäste stark reduziert werden.

Ein Grund für die Absagen sind laut Dehoga-Sprecher Ohl die für manche unüberschaubaren Regelungen. „Dass zum Beispiel bei privaten Veranstaltungen in angemieteten Räumen 20 Menschen ohne Mindestabstand an einem Tisch platziert werden dürfen – unabhängig von der Zahl der Haushalte – ist nicht allen Menschen bewusst.“ Für Hochzeitsfeiern gab es Anfang des Monats zudem eine besonders wichtige Lockerung: Seit dem 1. Juli darf wieder getanzt werden. Aktuell sind private Veranstaltungen mit bis zu 99 Personen zugelassen.

Von Staus bei den Terminanfragen für das kommenden Jahr können die Ämter aber nicht berichten. Bei vielen ist eine Anmeldung für 2021 erst ab September möglich. „Wir sind sicher, dass wir jedem Paar einen Termin werden anbieten können. Es wird nur nicht immer der Wunschtermin sein“, hieß es zum Beispiel aus Freiburg.

Die Hoffnung in der Branche ist, dass viele Feste, die jetzt wegen der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden konnten, noch in diesem Jahr nachgeholt werden können. „So dass es im kommenden Jahr nicht zu Engpässen kommt“, sagte Dehoga-Sprecher Ohl und appellierte an Paare: „Nicht aufschieben, sondern das Beste daraus machen.“ dpa