Der Versuch einer Kontrolle am Grenzübergang in Kehl (Ortenaukreis) ist in der Nacht eskaliert. Ein Autofahrer soll gezielt auf Bundespolizisten zugefahren sein – mehrfach. Am Ende fielen Schüsse, wie die Polizei mitteilte.
Der 21 Jahre alte mutmaßliche Fahrer sollte bei der Einreise nach Deutschland an der Europabrücke kontrolliert werden. Statt anzuhalten, habe er aber Gas gegeben und sei direkt auf die Beamten zugefahren. Diese mussten demnach zur Seite springen. Anschließend habe der Fahrer gewendet und sei zurück Richtung Frankreich gefahren.
Auf der Straße versuchten zwei Beamte den Angaben nach erneut, das Auto zu stoppen. Auch auf sie sei der Wagen zugerast, weshalb die Beamten die Schüsse auf ihn abgaben. Die beiden mussten ebenfalls zur Seite springen, um nicht erfasst zu werden – so wie ein weiterer Beamter kurz vor der Grenze.
Mutmaßlicher Fahrer festgenommen
Auf französischem Boden fanden nacheilende Bundespolizisten demnach den abgestellten Wagen und beobachteten, wie zwei Männer flüchteten. Der 21-Jährige wurde gestellt und vorläufig festgenommen. Er trug leichte Verletzungen davon, die laut Polizei jedoch nicht durch die Schüsse verursacht wurden.
Ein zweiter Insasse sei weiterhin auf der Flucht. Im Auto wurde laut Polizei ein Ausweispapier eines 20-Jährigen gefunden. Ob er sich im Wagen befand und möglicherweise verletzt wurde, sei noch unklar.
Der Festgenommene befinde sich derzeit auf einer Polizeidienststelle in Frankreich. Die Staatsanwaltschaft Offenburg habe ein Rechtshilfeersuchen gestellt, um die weiteren Maßnahmen mit den französischen Behörden abzustimmen.
Aufgrund des Vorfalls waren am Morgen der Tramverkehr zwischen Deutschland und Frankreich sowie der Ausreiseverkehr über die Europabrücke zwischenzeitlich unterbrochen. Mittlerweile fließt der Verkehr wieder.

