Heidenheim / rom Der Mord an Maria Bögerl aus Heidenheim ist auch zehn Jahre danach eines der mysteriösesten Verbrechen in Deutschland. Warum er noch ungelöst ist und warum es viel Kritik an der Polizei gibt, beleuchten wir in der neuesten Folge „Akte Südwest“.

Wenn es ein Verbrechen gibt, das so eigentlich gar nicht funktionieren kann, dann ist es wohl die Entführung von Maria Bögerl. Am helllichten Tag wird die Frau des Heidenheimer Sparkassenchefs am Vormittag des 12. Mai 2010 aus ihrem Haus verschleppt – für den oder die Täter ein enormes Risiko. „Lohnen“ wird es sich ohnehin nicht: Das Lösegeld  ist mit 300 000 Euro lächerlich gering, Zeitplan und Bedingungen für die Übergabe sind kaum zu schaffen. Folgerichtig scheitert die Übergabe – und der oder die Täter melden sich nie wieder. Als Wochen später die Leiche von Maria Bögerl im Wald gefunden wird, ist klar: Aus dem Entführungs- ist ein Mordfall geworden.

Wie kann ein Verbrechen, das ebenso dilettantisch wie kaltblütig ausgeführt wurde, auch mehr als zehn Jahre danach noch unaufgeklärt sein? Welche Spuren haben die Ermittler verfolgt, welche Theorien gibt es zu dem oder den Tätern? Welche familiäre Tragödie hat der Mord ausgelöst? Und nicht zuletzt: Welche Pannen und Versäumnisse müssen sich Polizei und Staatsanwaltschaft in dem Fall vorwerfen lassen? Das alles besprechen wir in der dritten Folge von „Akte Südwest“, dem Kriminalpodcast der SÜDWEST PRESSE.

Diesmal geht es um einen der spektakulärsten Fälle in der deutschen Kriminalgeschichte: die Entführung und Ermordung der Heidenheimerin Maria Bögerl. Zwei HZ-Redakteure geben in einer neuen Podcast-Episode Einblick in ihre Recherchearbeit und den Fall Bögerl.

Zu Gast sind diesmal gleich zwei absolute Experten für den Fall: Silja Kummer und Erwin Bachmann berichten für unsere Partnerzeitung „Heidenheimer Zeitung“ seit mehr als zehn Jahren aus nächster Nähe über den Fall, kennen jede falsche Spur und jede krude Theorie dazu. Und sie kennen das Ass im Ärmel der letzten Ermittler im Polizeipräsidium Ulm, die immer noch hoffen, den rätselhaften Mordfall doch noch zu lösen.

Neben den kriminalistischen Fakten reden wir auch über das oft angespannte Verhältnis zwischen Presse und Polizei – denn das öffentliche Interesse und der Schutz der Ermittlungen  lagen häufig im Widerstreit.

Im Podcast „Akte Südwest“ bereiten wir einmal im Monat einen Kriminalfall aus dem Südwesten auf und sprechen mit Reportern und Experten darüber. Meistens sind das erfahrene Gerichtsreporter aus dem Partnerverbund der SÜDWEST PRESSE.

Feedback und Kritik nehmen wir gerne per Mail entgegen: podcast@swp.de  Alle Folgen von „Akte Südwest“ finden Sie auf allen gängigen Plattformen – und auf swp.de/akte

Den Fall über Jahre journalistisch begleitet

Die dritte Folge von „Akte Südwest“ ist eine Ko-Produktion mit dem Podcast „Unterm Dach“ der Heidenheimer Zeitung. Zu Gast sind Silja Kummer und Erwin Bachmann. Silja Kummer (48) ist seit 25 Jahren bei der HZ und heute Chefreporterin. 2015 erhielt sie den Otto-Bren­ner-Preis für kritischen Journalismus für eine Artikelserie über das umstrittene „Cross-­Border-Leasing“ der Städte Heidenheim, Aalen und Gmünd.

Erwin Bachmann hat fast 45 Jahre für die Heidenheimer Zeitung gearbeitet, lange Zeit als stellvertretender Lokalchef. Seit 2018 ist er im Ruhestand – dass er dem Täter im Fall Bögerl, den er von Anfang an eng begleitete, nicht mehr im Gericht in die Augen sehen konnte, wurmt ihn bis heute. Der Podcast „Unterm Dach“ behandelt alle Themen, die Heidenheim und Region bewegen, ihn gibt es überall, wo es Podcasts gibt.