Waldshut-Tiengen / Jens Schmitz Zu Borkenkäfer und Trockenheit jetzt auch noch Preisverfall: Minister Peter Hauk will Unterstützung aufstocken.

  Nach einer Waldbegehung im Kreis Waldshut will Minister Peter Hauk (CDU) mehr Geld zur Unterstützung der Waldbesitzer. Bedarfe, die er vergangene Woche ans Staatsministerium gemeldet hatte, will Hauk noch einmal erhöhen. Endgültige Zahlen sollen am Dienstag präsentiert werden.

„Die Niederschläge der vergangenen Tage ändern nichts an der dramatischen Situation in unseren Wäldern“, sagte Hauk unserer Zeitung. „Trockenheit und Schadinsekten werden dazu führen, dass wir erneut dramatische Waldschäden bekommen werden. Wir brauchen deshalb zusätzliche finanzielle Anreize für die Waldbesitzer, ihre Wälder weiterhin zu bewirtschaften.“

Den Bäumen droht das dritte Trockenjahr in Folge. Mit dem „Notfallplan Wald“ hat das Land für 2020 und 2021 jeweils 40 Millionen Euro bereitgestellt. Vom Bund sollen jährlich 12,5 Millionen Euro hinzukommen, so dass insgesamt gut 105 Millionen Euro fließen.

Zu den Borkenkäferproblemen kommt nun noch die Corona-Krise: Mangels Nachfrage  türmt sich das Holz in den Sägewerken und Wäldern. „Ruinöse Holzerlöse und teure Aufarbeitungskosten werden dazu führen, dass viele Waldbesitzer nicht mehr in der Lage sind, ihre Wälder entsprechend zu pflegen“, fürchtet Hauk. „Wertvolle Baumbestände könnten für immer verlorengehen. Die entstehenden Kahlflächen könnten verbuschen oder vergrasen. Dies müssen wir verhindern.“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte seine Minister vergangene Woche gebeten, Anforderungen für ein zweites Corona-Hilfspaket einzureichen. Nach Informationen unserer Zeitung hat Hauk für Forstthemen 15 Millionen Euro veranschlagt. Sein Ministerium wollte die Zahl nicht bestätigen, stellte aber klar, dass Hauks aktueller Vorstoß nicht diesen eingereichten Forderungen entspricht: „Es soll nachgelegt werden.“

Eine Sprecherin des Landratsamtes Waldshut sagte, die Schäden in den Wäldern seien auch für Laien erkennbar: „Wir sind wahrscheinlich einer von den Landkreisen, die am stärksten betroffen sind.“ Die zahlreichen Privatwaldbesitzer seien willens, die Konzepte des Landes umzusetzen, die den Wald für das veränderte Klima fit machen sollen. Doch nun sei auch noch der Handel mit Holz zusammengebrochen: „Da herrscht nackte Verzweiflung.“ Jens Schmitz