Burladingen (dpa) -Anders als ihr bekannter Vater Wolfgang Grupp organisiert seine Tochter Bonita Grupp Termine nicht auf Papier. «Es gibt natürlich Generationenunterschiede: Ich arbeite mit einem Outlook-Kalender. Meinem Vater hat das Sekretariat wöchentlich die Termine ausgedruckt», sagte die 36-Jährige dem «Spiegel».
Geschwister arbeiten Hand in Hand
Mit ihrem Bruder, mit dem sie gemeinsam das Familienunternehmen Trigema in Burladingen (Zollernalbkreis) führt, arbeite sie Hand in Hand. «Wir wissen immer, was der andere tut. Wir können unsere geschäftlichen Terminkalender einsehen und uns Termine einstellen – wie übrigens alle anderen Kolleginnen und Kollegen in der Zentrale auch. Jedoch muss ich gestehen, dass mein Bruder eine sehr strukturierte Arbeitsweise hat und des Öfteren auch mich dankenswerterweise mitorganisiert.»
Das riesige Privatanwesen der Grupps liegt direkt gegenüber der Zentrale. «Wir essen oft gemeinsam mit unseren Eltern zu Mittag, dann sprechen wir natürlich auch über die Firma. Wir haben aber auch immer dienstags einen Jour fixe zusammen mit unserer Mutter, um uns über Managementthemen auszutauschen», gibt Bonita Grupp dem Magazin preis.
Bonita Grupp: Privatleben von Arbeit trennen
Sie versuche aber, Privatleben und Arbeit zu trennen. «Ich nehme zum Beispiel ungern meinen Laptop mit nach Hause. Ich fahre auch am Wochenende lieber vormittags noch mal ins Büro und versende von dort Mails an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie dann aber natürlich nicht sofort beantworten müssen.» Wenn sie in ihrer Münchner Wohnung sei, habe sie ein wenig Großstadtgefühl, sagte Bonita Grupp dem «Spiegel». «Hier in Burladingen genieße ich es hingegen, dass ich weniger Ablenkung habe und mich voll auf die Arbeit konzentrieren kann. Die Wege sind kurz, die Geschäfte des täglichen Bedarfs sind nah, das hilft schon sehr.»
Bonita und ihr Bruder Wolfgang Grupp junior führen das Familienunternehmen seit einigen Jahren. Sie leitet die Bereiche Onlinehandel, Marketing und Personal. Der Bruder verantwortet Geschäftskunden, IT-Projekte, die Produktion und Finanzen.
Der frühere Trigema-Chef hatte Mitte des vergangenen Jahres einen Suizid-Versuch öffentlich gemacht. Er habe sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde.

