Mit dem Sommer geht die Hauptsaison auf dem Bodensee zu Ende. Seit Montag gilt der Herbst-Fahrplan, mit dem die Fahrten der Kursschiffe reduziert werden. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) ist von den Corona-Einschränkungen jedoch derart gebeutelt, dass sie die Fahrten nicht nur reduziert, sondern fast komplett einstellt.

Nur die mit den deutschen Schifffahrtsbetrieben geteilten Querverbindungen von Rorschach nach Lindau und von Rorschach nach Rheineck bleiben an den Wochenenden voraussichtlich bis zum Saisonende Mitte Oktober fahrplanmäßig bestehen. Alle anderen Kurse der SBS sind seit Montag ersatzlos gestrichen.

„Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es unsere Pflicht, die Notbremse zu ziehen, wenn die einzelnen Kurse zu tief in die roten Zahlen geraten und damit womöglich das ganze Unternehmen gefährdet wird“, sagt Andrea Ruf, Geschäftsführerin der SBS. Wie in den Vormonaten seien auch im August die Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen.

Maskenpflicht hält Gäste ab

In Zahlen heißt das: 2019 nutzten bis Ende August 65 000 Gäste die Schweizer Schiffe. In diesem Jahr sind es 39 000. Damit geht auch der Umsatz um etwa 40 Prozent zurück. Das Unternehmen musste bereits Arbeitnehmer entlassen. Als Grund für den Rückgang wird die Maskenpflicht auf den Schiffen angegeben.

Ganz so dramatisch ist die Lage bei den Bodensee-Schifffahrtsbetrieben in Konstanz nicht. Die „Weiße Flotte“ will den Herbstfahrplan wie geplant fahren. Auf den deutschen Schiffen besteht auch keine Maskenpflicht. Nur beim Betreten der Schiffe müssen Masken getragen werden und in den Innenräumen.

Wie in der Schweiz,  lassen auch die Kapitäne der deutschen Kursschiffe nur 50 bis 60 Prozent der zulässigen Passagiere an Bord.  Nach Auskunft von Pressesprecher Christopher Pape wurden bis Ende August 70 Prozent der Passagierzahlen des Vorjahres erreicht. „Das wird ein Jahr mit sehr hohen Verlusten“, sagt er. Schweizer und Deutsche hoffen auf 2021. Petra Walheim