In Stuttgart müssen am Sonntag etwa 1.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen, damit ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden kann. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden‐Württemberg (KMBD) hatte den britischen Blindgänger bei einer Sondierung im Hospitalwald entdeckt, wie die Stadt mitteilte. Es müsse ein Sicherheitsbereich im Radius von rund 600 Metern geräumt werden. Dort liegt unter anderem ein Seniorenheim. Die 250 Kilo schwere Bombe schlummert seit rund 80 Jahren im Erdreich im Stadtbezirk Degerloch.
Es sei unklar, wie lange es dauere, die Bombe zu bergen und zu entschärfen, teilte die Stadt mit. Das hänge unter anderem von der Bauart und dem Zustand des Zünders am Sprengkörper ab. «Eine Prognose ist noch nicht möglich», hieß es.
Der gemeinnützige Verein Schutzbauten Stuttgart geht von 12.000 Sprengbomben und 130.000 Brandbomben aus, die bei den 53 Luftangriffen der Alliierten auf Stuttgart in den 40er Jahren abgeworfen worden sind. Etwa jede zehnte Bombe explodierte nicht.

