Stuttgart / lsw Wegen dubiosen Goldgeschäften stehen mutmaßliche Schwindler vor Gericht – und wollen selbst die Opfer sein.

Sie sollen Anleger  mit angeblich lukrativen Goldgeschäften gelockt und geholfen haben, diese zwischen Juni 2010 und 2012 um insgesamt zwei Millionen Euro zu bringen. Der Prozess gegen eine Frau und zwei Männer vor dem Landgericht Stuttgart hat am Freitag begonnen. Zwei mutmaßliche Drahtzieher können nicht mehr belangt werden – sie sind mittlerweile gestorben. Nur einer der Angeklagten machte am Freitag Angaben und stellte sich selbst als Betrogenen dar.

Laut Anklage sollen die drei Angeklagten im Alter von 51 bis 65 Jahren Anleger angeworben haben. Ihr Versprechen: Ein Hintermann habe eine Goldschmelze in Afrika und könne lukrative Geschäfte mit der Veredelung des Metalls machen. 26 Anleger konnten sie damit überzeugen, denen ein Millionenschaden entstand. Denn die Hintermänner, Inhaber einer Firma mit Sitz in der Schweiz, nutzten laut Staatsanwaltschaft große Teile des Geldes für private Zwecke. Um den Schein aufrecht zu erhalten, wurden rund 333 000 Euro an angeblicher Rendite ausbezahlt.

Ein Angeklagter aber gab vor Gericht an, er habe die Geschichte mit der Goldmine selbst geglaubt und sei von der Geschäftsidee überzeugt gewesen. Auch er bleibe auf einem nicht unerheblichen Schaden sitzen. Den Vermittlern sei eine Provision von drei Prozent der Anlage versprochen worden. Die sei aber nur zu Beginn regelmäßig ausgezahlt worden, sagte er. dpa