Fußball-Bundesliga

Besser als die Konkurrenz im Norden - Werder schafft Wandel

Auf den Sieg im Nordderby folgt ein überraschender Punkt beim VfB. Werder steht dicht vor dem Erstliga-Klassenerhalt und vor der Entscheidung auf einer Schlüsselposition.

Im Existenzkampf der Fußball-Bundesliga kann die norddeutsche Konkurrenz jetzt einen neidischen Blick auf Werder Bremen richten. Mit dem nicht unbedingt erwartbaren Punkt beim DFB-Pokal-Finalisten VfB Stuttgart sicherten sich die Grün-Weißen eine Ausgangslage für den Endspurt, in die der VfL Wolfsburg und der FC St. Pauli nur zu gern selbst stecken würden.

Die Stimmung hat sich gedreht - und mit dem Verbleib von Trainer Daniel Thioune für den Fall des Klassenverbleibs wäre die wichtigste Personalie für die kommende Saison bereits geklärt. Wolfsburg (17.) und Pauli (16.) stecken mächtig unter Zugzwang, an den verbleibenden drei Spieltagen punkten zu müssen. Die Bremer dagegen konnten sich nach dem 1:1 in Stuttgart fragen lassen, ob sie überhaupt noch im Abstiegskampf stecken. 

Werder klettert vom bedrohlichen viertletzten auf den 12. Rang

Wie sich die Mannschaft um den wieder einmal so wichtigen Torschützen Jens Stage und die Einstellung entwickelt habe, gebe «ein sehr, sehr gutes Gefühl», sagte Thioune. Natürlich warnte der Coach auch, dass man nicht durch sei. 

Doch das Selbstvertrauen des Teams, dank des emotionalen Siegs im Nordderby vor einer Woche ohnehin gestiegen, ist mit dem ersten Punkt gegen ein Top-5-Team in dieser Saison noch gewachsen. Thioune hob insbesondere die Leidenschaft in der Defensive sowie die Mannschaftsleistung hervor. 

Der Zähler am Sonntagnachmittag katapultierte die Bremer vom bedrohlichen viertletzten Rang 15 auf den 12. Platz. So eng geht es im Abstiegskampf zu. Dass Werder zumindest um einen Zähler auch den Hamburger SV (15.) wieder hinter sich ließ, passt zur wieder etwas angenehmeren Werder-Welt. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf St. Pauli auf dem Relegationsrang. «Für unser Momentum ist es richtig wichtig», fasste Stage bei DAZN die Bedeutung des Punktgewinns zusammen. 

Heimspiel kann ein «perfekter Tag werden» - für Team und Trainer

Mit einem Heimsieg gegen den FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) können die Hanseaten entweder letzte Zweifel beseitigen - oder die Zweifel noch theoretischer werden lassen. «Das kann ein perfekter Tag werden», blickte Senne Lynen voraus. 

Das wäre er womöglich auch für Thioune. Anders als vor einem Jahr, als das Beben um den damaligen Coach Ole Werner zum Start der Sommerpause für Unruhe sorgte, wäre die Trainerfrage entschieden, wenn Werder erstklassig bleibt. Wie Thioune in Stuttgart bestätigte, darf er dann weitermachen

«Ich bin gekommen, um zu bleiben. Mein Vertrag ist so ausgerichtet, dass ich im Erfolgsfall am 1.7. auch noch am Spielfeld stehen darf», sagte der 51-Jährige bei DAZN. Ob darüber noch verhandelt werden müsse? «Ich glaube, dann habe ich meinen Auftrag erfüllt, dann ist es so fixiert», antwortete der Coach, der seit Anfang Februar im Amt ist.

Laut Lynen tut der Nachfolger von Horst Steffen dem Team «echt gut». «Der Plan ist gut. Die Ansprache ist gut», berichtete der 27 Jahre alte Belgier. «Er macht auf jeden Fall einen guten Eindruck. Er hat den Turnaround geschafft.»