Wendlingen.  / Christian Kern Der Konzern gibt Millionen aus, um den Bau der Strecke ­ Ulm–Wendlingen ökologisch auszugleichen.

Der Ort, der die Umweltbelastungen des großen Verkehrsprojekts lindern soll, liegt abgelegen. Der Weg führt zunächst durch ein Wohngebiet in Wendlingen (Kreis Esslingen), dann über einen unbefestigten Weg zu einem Waldstück. Dort lässt die Deutsche Bahn Bäume pflanzen: zum Beispiel Linden, Rotbuchen oder Ulmen.

Der Konzern macht das nicht freiwillig. Der Gesetzgeber hat ihn dazu verpflichtet. Die Aktion ist Teil des Neubaus der Zugstrecke zwischen Wendlingen und Ulm – und das, obwohl hier keine Schiene verläuft. Trotzdem ist das Wendlinger Waldstück wichtig für das Vorhaben, denn die Planungskommission hat eine klare Vorgabe gemacht: Die Nachteile für die Natur, die beim Bau entstehen, müssen andernorts kompensiert werden.

Neue Streuobstwiesen

„Ausgleichsmaßnahmen“ nennt die Bahn das. Insgesamt 150 gibt es davon. Das Unternehmen lässt Bäume pflanzen, Bäche renaturieren und Streuobstwiesen anlegen. Allein auf der gut 15 Kilometer langen Strecke zwischen Wendlingen und Aichelberg gibt es mehr als 50 Projekte. Die Kosten für den Ausgleich im Albvorland: „Rund eine Million Euro“, sagt Bahn-Pressesprecher Jan Dambach. Dazu kämen zusätzliche Kompensationszahlungen für die Region.

Die Projekte sollen nachhaltig sein und einen möglichst langfristigen Nutzen haben. In Wendlingen baut die Eberhardzeller „Grün Team GmbH“ rund 400 Pflanzen an. Darunter Ahornbäume, die bis zu 200 Jahre alt werden. Alles im Auftrag der Deutschen Bahn.

Doch nutzen die Ausgleichsmillionen dem Klima wirklich? Gerhard Pfeifer vom Umweltverband BUND ist skeptisch. Er sagt zwar: „Die umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen sind absolut gerechtfertigt und notwendig.“ Aber er sagt auch, dass die Ausgaben für die Kompensation im Verhältnis zu den Gesamtkosten des Bauvorhabens „im einstelligen Prozentbereich“ liegen. Wie hoch die Kosten für die Projekte genau sind, ist unklar. Bahn-Pressesprecher Dambach sagte, er habe dazu im Moment keine konkreten Zahlen. Christian Kern