Freiburg / lsw Neun Angeklagte sollen laut Staatsanwaltschaft wegen der Freiburger Tat ins Gefängnis.

Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg haben die Staatsanwälte Gefängnisstrafen von bis zu fünfeinhalb Jahren gefordert. Acht der elf Angeklagten müssten wegen Vergewaltigung verurteilt werden, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag. Sie sollten je zwei Jahre und zehn Monate bis fünfeinhalb Jahre in Haft. Zwei Angeklagte hätten sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht. Sie sollten je sieben Monate in Haft, einer davon auf Bewährung. Ein Angeklagter könne freigesprochen werden.

Der Prozess am Landgericht Freiburg hatte vor etwas mehr als einem Jahr begonnen. Angeklagt sind elf Männer von zur Tatzeit 18 bis 30 Jahren. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober 2018 die 18-Jährige nachts vor einer Disco vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben.

Für die Plädoyers hatte das Gericht zum Schutz von Persönlichkeitsrechten die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Dies gilt auch für die Plädoyers der elf Verteidiger. Das Urteil soll Mitte Juli fallen. Die höchste Strafe forderten die Staatsanwälte für den mutmaßlichen Haupttäter. Er soll die 18-Jährige vergewaltigt und dann andere Männer in der Disco animiert haben. Wegen eines anderen Vergewaltigungsvorwurfs plant die Justiz einen weiteren Prozess gegen ihn. dpa