Eishockey-Nationalspieler Alexander Ehl von den Adler Mannheim traut seiner Mannschaft den langersehnten ersten Titel seit 2019 zu. «Die Saison ging so lange, man gibt jedes Mal 100 Prozent, all die Arbeit, die man reinsteckt. Das zahlt sich jetzt aus», sagte der Angreifer der Deutschen Presse-Agentur.
Im Playoff-Viertelfinale treffen die Mannheimer als einer der finanziell stärksten DEL-Clubs auf die Pinguins Bremerhaven. Die Best-of-Seven-Serie startet am Mittwoch (19.00 Uhr/Magenta Sport) in der heimischen SAP Arena. Das Team, das vier Mal gewinnt, zieht in die nächste Runde ein. In der Hauptrunde gewannen die Mannheimer - Halbfinalist der Vorsaison - alle vier Partien.
Schlüsse könne man daraus jedoch nicht ziehen, meinte Angreifer Justin Schütz. «Ich glaube, es muss bei null losgehen», sagte er. «Bremerhaven macht ganz wenige Fehler, aber wenn sie Fehler machen, dann muss man die bestrafen.»
Besonderes Spiel für Franzreb
Das Duell mit den Norddeutschen ist vor allem für Adler-Keeper Maximilian Franzreb etwas Besonders. Der 29-Jährige spielte zwischen 2021 und 2025 für Bremerhaven und wechselte zu dieser Saison nach Mannheim. «Solche Spiele haben schon eine Brisanz für mich», sagte Franzreb, der weiter Kontakt zu seinen Ex-Kollegen pflegt. «Wir haben ein bisschen geschrieben. Jetzt wird es aber interessant und sollte es über sieben Spiele gehen, dann gibt es über sieben Spiele keine Freunde.»
Während die Adler nach Rang zwei in der Hauptrunde erst einmal Energie tanken konnten, mussten die Pinguins in die Pre-Playoffs und setzten sich dort mit zwei Siegen gegen Nürnberg durch. Somit sind sie im Rhythmus, was zunächst ein Nachteil für Mannheim sein könnte, meinte Schütz. «Pre-Playoff-Mannschaften haben immer den Schwung. Das könnte im ersten und zweiten Spiel helfen. Aber danach ist das ganz egal.»
Adler setzen auf den Geist in der Kabine
Schütz weiß, wie man Meisterschaften gewinnt. 2023 holte er mit dem EHC Red Bull München den Titel. Er weiß nach 2022 mit München und 2025 mit den Kölner Haien aber auch, wie man eine Finalserie verliert. Der Schlüssel liege zum einen darin, das Spielglück auf seiner Seite zu haben. Zum anderen «muss man als Kabine super funktionieren», sagte der 25-Jährige. «Es darf nie Negativität einkehren. Als ich mit München die Meisterschaft gewonnen habe, lagen wir im Viertelfinale mit 0:2 gegen Bremerhaven hinten. Aber trotzdem war da keiner negativ, das zeichnet eine Mannschaft aus.»
Diesen Teamgeist spürt Ehl in Mannheim in dieser Spielzeit. Er erinnere ihn an die Mannschaft, mit der er 2023 die WM-Silbermedaille gewann. «Jeder hat damals das gleiche Spiel durchgezogen, jede Reihe hat konstant durchgespielt - da hat man gesehen, was man erreichen kann.» Und in Mannheim wollen sie nach sieben Jahren endlich wieder jubeln. «Jede Mannschaft will das Ding jetzt gewinnen und wir hoffen, dass wir das letzte Spiel in dieser Saison gewinnen», sagte Schütz.

