Stuttgart / dpa Auch Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut macht sich für weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg stark. Unter anderem geht es um Zutrittsbeschränkungen und Maskenpflicht. Was im Einzelnen gefordert wird:

Die Rufe nach weiteren Erleichterungen für den Südwest-Einzelhandel werden lauter. Der Handelsverband, CDU und FDP im Landtag und das Wirtschaftsministerium machen sich für rasche Lockerungen stark.

Zutrittsbeschränkungen widersprüchlich

Die Geschäftsführerin des Handelsverbands, Sabine Hagmann, hält die Regeln zur Zutrittsbeschränkung für widersprüchlich: „Denn wer versteht, dass im Fitnessstudio unter Hygienegesichtspunkten zehn Quadratmeter pro Person ausreichen, um dort zu trainieren und zu schwitzen, während man im Einzelhandel an 20 Quadratmetern pro Person festhält?“

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal, sagte: „Der aktuelle Pandemieverlauf würde es beispielsweise ohne weiteres zulassen, die Zutrittsbegrenzung von 20 Quadratmeter Verkaufsfläche je Person auf zehn Quadratmeter zu senken.“ Baden-Württemberg sei eines der wenigen Länder, die diese Lockerung noch nicht vollzogen haben. „Die Maskenpflicht, Abstandsregelungen und andere Hygienevorschriften blieben davon selbstverständlich unberührt.“

Paal: Sonntage freigeben

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) unterstützte den Vorstoß von Paal und betonte: „Der Einzelhandel ist durch die Einschränkungen, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden sind, in besonderem Maße betroffen.“

Der FDP-Politiker Erik Schweickert forderte noch weiter gehende Lockerungen von der Hygiene. „Die Pflicht zum Tragen von Masken, auch wenn keine Kunden im Laden sind, gehört abgeschafft. Ebenso kann das strikte Abstandsgebot gelockert werden, wenn die Kunden durch bauliche Trennungen wie etwa in den Umkleidekabinen geschützt sind.“

Paal forderte zudem, dass die  Gemeinden im Südwesten selbst entscheiden können, ob und wann sie verkaufsoffene Sonntag genehmigen. Auch Hoff­meister-Kraut sagte, die Ermöglichung weiterer verkaufsoffener Sonntage könnte die Umsätze der Einzelhändler zusätzlich ankurbeln.

Verdi-Landeschef Martin Gross lehnte das strikt ab. „Montag bis Samstag, jeweils rund um die Uhr, ist wirklich mehr als genug Zeit zum Shoppen.“

Erst seit Donnerstag gibt es Vorgaben des Landes Baden-Würtemberg, nach denen Freibäder öffnen können. So schnell konnten zahlreiche Bäder diese Auflagen nicht umsetzen.