Stuttgart / dpa Ein Fall in Stuttgart erregt Aufsehen. Geprüft wird, ob organisierte Kriminalität vorliegt. Minister Strobl will durchgreifen.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat ein konsequentes Vorgehen gegen kriminelle Großfamilien angekündigt. „Wir wollen Clan-Kriminalität schon im Keim ersticken, die Verfestigung und Ausbreitung von Clan-Strukturen bei uns möglichst gar nicht zulassen“, sagte Strobl. Dass sich im Südwesten bisher keine solchen Strukturen wie in Nordrhein-Westfalen und Berlin etablieren konnten, sei ein Erfolg der Polizeiarbeit und der Null-Toleranz-Strategie gegen Täternetze.

In Stuttgart läuft seit August 2019 ein Ermittlungsverfahren gegen eine Gruppierung, die im größeren Stil mit Drogen gehandelt haben soll. Es handle sich vor allem um Mitglieder zweier Familien mit libanesischen und türkischen Wurzeln, so das Innenministerium. Ende Mai wurden bei Durchsuchungen elf Haftbefehle vollstreckt. Sieben Inhaftierte stammen aus den beiden Familien. „Beim betreffenden Ermittlungsverfahren werden wir uns genau anschauen, welche einzelnen Aspekte von Clan-Kriminalität sich bestätigen lassen und eine entscheidende Rolle spielten“, erklärte ein Sprecher.

2019 gab es im Südwesten 36 Verfahren gegen die organisierte Kriminalität und weitere 177 Verfahren im Vorfeld organisierter Kriminalität. dpa