Heidenheim / Patrick Vetter Die ersten, die auf dem Galgenberg im Fechtzentrum ankamen, sind die Weißrussen und ein Sportler aus Saudi-Arabien.

Aus der Wüste an die Brenz: Ahmed Alhussain ist der einzige Fechter aus Saudi-Arabien bei den Heidenheimer Fechtertagen und einer der ersten, die auf den Galgenberg in das Fechtzentrum angereist sind. Er fröstelt, als er ohne Jacke und noch in verschwitzten Trainingsklamotten seine Erwartungen an die Turniertage in Heidenheim in die Kamera spricht. Trotzdem: „Ich liebe Schnee“, versichert er, erzählt aber im selben Atemzug von der sonnigen immer sommerlichen Insel Tarout, von der er stammt.

„Dort gibt es nie Schnee, deshalb habe ich mich auf Deutschland gefreut. Ich war zuerst enttäuscht, dass am Donnerstag keiner lag, aber dann hat es ja geschneit“, sagt der Saudi-Araber. Wie er in seine Unterbringung kommt, wusste der 22-Jährige zunächst noch nicht ganz genau. Alhussain wohnt nämlich direkt in der Innenstadt und war bisher nur in größeren deutschen Städten.

Was er an Heidenheim mag? Es sei einfacher und billiger sich fortzubewegen. Wie es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aussieht, möchte er deshalb wissen und wie er vom Fechtzentrum in das Stadtzentrum kommt. Auch zu den Wettkampfhallen auf dem Schlossberg suche der Fechter noch eine Transfermöglichkeit. „Aber das ist bestimmt kein Problem“, sagt er entspannt.

Entspannt sind eine Woche vor dem Turnier noch alle auf dem Galgenberg. In lockerem Training wird Fangen gespielt und auf den Bänken unterhalten sich die Sportler gemütlich nach einer Einheit. Außer Alhussain sind nur die Degenfechter aus Weißrussland schon in Heidenheim und beim Training im Fechtzentrum. Auch sie sind nach den Übungen noch gut drauf und heiß darauf Fotos und Videos zu machen. Sobald sie das Objektiv sehen, schlüpfen sie wieder in die weißen Anzüge, die sie nach ihrem Training eigentlich schon abgelegt hatten und posieren für die Kamera. Schwierig ist nur die Verständigung: zum einen, weil die Fechter ihre eigene Vorstellung des richtigen Motivs haben, zum anderen wegen sprachlicher Barrieren.

Am Ende versteht man sich aber auch auf zwei unterschiedlichen Sprachen und wo die Mannschaft Probleme hat, springt ihr Coach ein. Er spricht gut Deutsch und dient der Mannschaft deshalb als Dolmetscher. Nicht nur im Fechtzentrum auch im Rest der Stadt spürt man langsam, dass der Weltcup der Fechter vor der Tür steht. In der Fußgängerzone kreuzte am Freitagmittag HSB-Trainer Philipp Stein mit dem Masskottchen der Fechtertage, einer lebensgroßen Maus mit Schlapphut, die Schaumstoff-Schwerter. Der Fechter und sein haariger Freund wollten für Aufmerksamkeit in Heidenheim sorgen. „Wir versuchen noch Zuschauer zu begeistern. Viele wissen gar nicht, was da in unserer Stadt nächste Woche los ist“, erklärt Stein.