Während der Grieche Stefanos Tsitsipas in der Rod Laver Arena seinen Status als ärgster Titelrivale von Novak Djokovic untermauerte, holte Wiktoria Asarenka die Keule gegen ihre Kritiker heraus. „Man hat mir vorgeworfen, dass ich betrüge, dass ich simuliere, dass ich versuche, jemanden aus dem Spiel zu bringen“, sagte die zweimalige Titelträgerin aus Belarus mit verspiegelter Sonnenbrille im Gesicht nach ihrem Halbfinaleinzug in Melbourne: „Wer mich kennt, weiß, dass das überhaupt nicht meinem Charakter entspricht.“

Eine zehn Jahre alte Geschichte rund um ihren zweiten und bis dato letzten Titelgewinn bei den Australian Open wühlte Asarenka nach ihrem erneuten Halbfinaleinzug auf. Diesen sicherte sie mit einem 6:4, 6:1-Erfolg gegen US-Hoffnungsträgerin Jessica Pegula, bevor auch Tsitsipas mit einem 6:3, 7:6 (7:2), 6:4 den tschechischen Überraschungs-Mann Jiri Lehecka bezwang. Seine Erfahrung „und eine gute spartanische Einstellung“ hätten den Unterschied gemacht, sagte der Weltranglistenvierte nach einem fordernden Match. Er bekommt es im Halbfinale mit dem Russen Karen Chatschanow zu tun.

Sebastian Korda muss aufgeben

Asarenka berichtete derweil, dass die vielen kritischen Nachfragen rund um eine umstrittene Behandlungspause in ihrem Halbfinale 2013 gegen Sloane Stephens (USA) sie lange aufgewühlt hätten. Nun sei ihr die Kritik egal, sie blickt viel mehr auf ihre Partie gegen Wimbledon-Champion Jelena Rybakina. Die Kasachin setzte sich im Duell zweier Grand-Slam-Siegerinnen gegen die Lettin Jelena Ostapenko 6:2, 6:4 durch.

Für die Hoffnungsträger des aufblühenden US-Tennis im Melbourne Park war es dagegen ein gebrauchter Tag, doch der Blick in die Zukunft verspricht viel. „Mit der Gruppe, die wir haben, können wir in naher Zukunft wirklich gut abschneiden“, sagte Sebastian Korda, als seine Träume bei den Australian Open jäh zerplatzt waren. Der 22-Jährige konnte seine Halbfinalchance gegen Chatschanow nicht ergreifen, beim Stand von 6:7 (5:7), 3:6, 0:3 gab er aufgrund von Handgelenkproblemen auf. sid