Alexander Zverev hat bei den French Open in Paris zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale erreicht. Die deutsche Nummer eins gewann am Dienstag gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina trotz durchwachsener Leistung mit 6:4, 6:1, 6:1 und steht damit zum dritten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier im Halbfinale. Dort trifft Zverev am Freitag auf den Griechen Stefanos Tsitsipas oder Daniil Medwedew (Russland), die sich am Dienstagabend in der Night Session gegenüberstanden.

Der Traum des Doppel-Spezialisten Kevin Krawietz vom dritten Triumph bei den French Open in Serie ist dagegen jäh geplatzt. Der 29 Jahre alte Coburger verlor an der Seite des Rumänen Horia Tecau das Viertelfinale gegen die zweimaligen Grand-Slam-Sieger Juan Sebastian Cabal/Robert Farah (Kolumbien) äußerst knapp mit 2:6, 7:6 (7:3), 5:7. Für Krawietz war es im 16. Match in Roland Garros die erste Niederlage. „Es ist natürlich sehr bitter, vor allen Dingen nach dem ärgerlichen dritten Satz“, sagte Krawietz: „Da hatten wir das Momentum mit Chance zum Doppelbreak. Solche Kleinigkeiten haben wir liegen lassen, um den Sack früher zuzumachen.“

Zur Erinnerung: Zusammen mit Andreas Mies hatte Krawietz 2019 und 2020 die French Open überraschend gewonnen. In diesem Jahr musste er aber auf seinen gewohnten Partner verzichten, der Kölner Mies war, wie berichtet, im Februar am Knie operiert worden. Bei den Olympischen Spielen in Tokio (ab 23. Juli) wird Krawietz wohl an der Seite von Jan-Lennard Struff (Warstein) aufschlagen. Die anstehende Rasensaison mit dem Turnier in Halle/Westfalen und dem Highlight in Wimbledon werde er wieder mit Tecau spielen, sagte Krawietz.

Die an Nummer neun gesetzten Krawietz/Tecau verschliefen den Start in ihrem Match am Dienstag komplett und lagen direkt 0:4 zurück. Danach lieferten sie Cabal/Farah (Nr. 2), die 2019 Wimbledon und die US Open gewonnen hatten, aber ein Duell auf Augenhöhe. Im entscheidenden Satz gingen Krawietz und Tecau sogar 4:2 in Führung, die Kolumbianer kamen mit einem Lauf von zwölf Punkten in Serie aber wieder heran und entschieden das Match nach 2:29 Stunden für sich. Der Frankfurter Tim Pütz hatte bereits am Montag mit Hugo Nys (Monaco) den Einzug ins Halbfinale verpasst.

Im Einzel bleibt es spannend: Dort wollen der spanische Topfavorit Rafael Nadal und der Serbe Novak Djokovic am Mittwoch ins Halbfinale einziehen. Nadal trifft in seinem Viertelfinale auf den Argentinier Diego Schwartzman, der in den Runden zuvor mit Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff zwei Deutsche ausgeschaltet hatte. Djokovic bekommt es im Abendspiel ab 20 Uhr dann mit dem Italiener Matteo Berrettini zu tun. Dann sind erstmals wieder 5000 Zuschauer zugelassen. Gewinnen Nadal und Djokovic, treffen sie im Halbfinale aufeinander. dpa/sid