Von Anfeuerungsrufen für den australischen Außenseiter hat sich Alexander Zverev nicht irritieren lassen und souverän die dritte Runde der Australian Open erreicht. Mit dem 6:4, 6:4, 6:0 gegen John Millman beendete Deutschlands Sportler des Jahres in Melbourne jäh die Hoffnungen auf einen Tennis-Coup des Lokalmatadoren. Anders als seine DTB-Kollegen Yannick Hanfmann, Dominik Koepfer und Oscar Otte nach ihren Zweitrunden-Niederlagen spielt Zverev um den Einzug ins Achtelfinale.

Sein kraftsparender Zweitrundenerfolg gegen den Weltranglisten-89. bewies die gewonnene Reife des 24-Jährigen, sich bei Grand-Slam-Turnieren in den ersten Runden nicht mehr wie früher aufzureiben. Vorerst geht es für den Hamburger am Freitag gegen Radu Albot aus Moldau weiter, auch gegen den Qualifikanten und Weltranglisten-124. sollte er bei weitem nicht sein komplettes Potenzial abrufen müssen.

Mit drei Aufschlagverlusten in drei Spielen, im Herren-Tennis eher ungewöhnlich, begann dieses letzte Duell des dritten Turniertags in der Rod-Laver-Arena. Seine nur kurzzeitige Unsicherheit beim eigenen Aufschlagspiel legte Zverev schnell ab und lag vorn. Von der Grundlinie kamen die Schläge des Weltranglisten-Dritten besser als noch in der ersten Runde im deutschen Duell mit Daniel Altmaier.

„Sascha hat gut gespielt“, urteilte Eurosport-Experte Boris Becker und warnte trotzdem: „Das ist noch lange nicht vorbei.“ Erst im Viertelfinale könnte es Zverev mit dem spanischen Weltklasse-Spieler Rafael Nadal zu tun bekommen, gegen den der Karlsruher Qualifikant Hanfmann 2:6, 3:6, 4:6 verlor. Nadal aber, der 20-fache Grand-Slam-Sieger aus Mallorca, verabschiedete ihn mit ermutigendem Lob: „Ich weiß, dass Yannick gefährlich ist. Ich denke, sein Tennis-Level war viel höher als seine Ranglistenposition.“

Auch der Schwarzwälder Dominik Koepfer, 4:6, 3:6, 6:7, 4:7 gegen Reilly Opelka aus den USA, und der Kölner Oscar Otte (6:2, 2:6, 3:6 1:6 gegen den Italiener Lorenzo Sonego) schieden aus. Kevin Krawietz und Andreas Mies freuten sich, nach über einem Jahr wieder bei einem Grand-Slam-Turnier zusammen anzutreten und zogen mit 7:6 (9:7), 6:3 gegen Santiago Gonzalez und Andres Molteni aus Mexiko in Runde zwei ein. dpa