Der perfekte Saisonabschluss verstärkte Alexander Zverevs Sehnsucht nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Urlaubsreif verabschiedete sich der 24-Jährige nach dem größten Triumph in diesem Jahr neben der olympischen Goldmedaille auf die Malediven. Zuvor ließ er  keine Zweifel an seinen Tennis-Zielen für 2022. Endlich soll die Zeit reif sein für einen Grand-Slam-Sieg. „Ich werde dafür alles tun“, stellte Zverev nach seinem Sieg bei den ATP Finals der besten Profis des Jahres klar.

In Turin hatte er an einem aus deutscher Sicht erinnerungswürdigen Final-Wochenende erst die Nummer eins der Welt, den 20-fachen Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic, und dann im Endspiel am Sonntag überraschend souverän mit 6:4, 6:4 die Nummer zwei der Welt, Daniil Medwedew, besiegt. Aufgewühlt sprach Zverev sogleich noch auf dem blauen Hartplatz davon, im nächsten Jahr die Spitze der Weltrangliste anzugreifen.

Überglücklich liebkoste Zverev nach seinem Triumph seine Hunde und alberte mit Bruder Mischa und dem Pokal herum. Noch am Abend fuhr er nach Mailand. Die Tennis-Ikonen Boris Becker und Rod Laver, das Team um Djokovic und Bayern-Profi Thomas Müller übermittelten Glückwünsche. Seine Freundin Sophia Thomalla, die nicht mit in der Halle war, schickte über die sozialen Medien eine Botschaft: „Ohne Pokal hätte ich ihn auch zu Hause gar nicht reingelassen!“, witzelte die acht Jahre ältere Schauspielerin, Moderatorin und Geschäftsfrau mit einem lachenden Smiley.

Noch mehr als der 21. November in Turin, sein zweiter Erfolg bei den ATP Finals nach 2018, wird der 1. August in Erinnerung bleiben, als sich Zverev zum ersten deutschen Olympiasieger im Herren-Einzel kürte. Doch die großen Erfolge in diesem Jahr spielten sich nicht bei den Grand-Slam-Turnieren ab. Was weiter fehlt, sind Erfolge wie in Turin und Tokio auch dann, wenn es über drei Gewinnsätze geht. Dann steht in den Statistiken bei Zverev, was Siege gegen Top-Ten-Spieler anbelangt: noch immer eine Null.

Auf einen Einsatz im Davis Cup ab Ende der Woche in Innsbruck verzichtet Zverev zugunsten seiner Erholung. Im Kalender steht der 19. Dezember, an dem der erfolgreichste deutsche Titelsammler im Herren-Tennis hinter Boris Becker in Baden-Baden ein Kandidat für die Wahl zum Sportler des Jahres sein wird.

Sein erstes Turnier bestreitet der 24-jährige Hamburger dann beim ATP Cup. Der erste Grand-Slam-Titel wird 2022 ab Mitte Januar bei den Australian Open vergeben.

Erst einmal kündigte Alexander Zverev für den Urlaub aber an: „Wir werden viel Blödsinn machen, denke ich, in den nächsten paar Tagen. Nichts Gefährliches, keine Sorge.“ dpa