Berlin / dpa Nach verbaler Ohrfeige hat der Ex-Bundestrainer keine Zukunft mehr in Berlin.

Mit einer schallenden verbalen Ohrfeige beendete Investor Lars Windhorst die unrühmliche Kurzzeit-Ära von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC endgültig. Nach dem plötzlichen Rücktritt des früheren Bundestrainers als Chefcoach verweigerte der Geldgeber seinem einstigen Vertrauten deutlich eine Zukunft im Aufsichtsrat und prangerte in seiner Abrechnung den Verlust von dessen Glaubwürdigkeit an. „Es ist nicht akzeptabel“, sagte der Unternehmer messerscharf und eiskalt bei einer Pressekonferenz über den Abgang Klinsmanns nach nur elf Wochen. „Das kann man als Jugendlicher vielleicht machen, aber im Geschäftsleben, wo man unter Erwachsenen ernsthafte Vereinbarungen hat, sollte so etwas nicht passieren.“

An seinem finanziellen Engagement ändere sich nach dem Fall Klinsmann nichts, versicherte Windhorst. Seine Investition sei „sehr, sehr langfristig“ angelegt. „Ich gehe fest davon aus, dass wir hier in jedem Fall weit über zehn Jahre engagiert bleiben, das kann auch 20 oder 30 Jahre sein.“

Die beiden freien Posten im vergleichsweise einflussarmen Aufsichtsrat der KGaA von Hertha will Windhorst mit einer Person, die „sportliche Fachkompetenz“ sowie „Glaubwürdigkeit und Strahlkraft“ vereint, besetzen.

Klinsmanns Nachfolge als Cheftrainer bleibt vorerst offen. Alexander Nouri und Markus Feldhoff werden das Team im ­Kellerduell beim SC Paderborn am Samstag (15.30 Uhr/Sky) betreuen. „Wir werden mit Nouri und Feldhoff und dem Trainerteam in die nächsten Wochen gehen“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz. „Wir wissen alle, dass wir schwere Aufgaben vor der Brust haben und in den nächsten Wochen punkten müssen.“

Als Chefcoach für die kommende Saison steht nach „Kicker“-Informationen der frühere Hertha-Profi und ehemalige Bayern-Trainer Niko Kovac weiterhin ganz oben auf der Liste. Im Kovac-Umfeld gilt ein Berlin-Engagement des 48-Jährigen aber nicht als wahrscheinliche Variante. „Es ist unsere Aufgabe einen Cheftrainer zu finden, der ambitioniert und ehrgeizig ist“, sagte Preetz mit Blick auf den Sommer.

Windhorst ließ offen, ob man in einigen Monaten in anderer Form noch auf den Rat Klinsmanns zurückgreifen werde. Seine deutliche Wortwahl macht dies aber schwer vorstellbar. Er sei am Dienstagvormittag von Klinsmann über dessen Entschluss informiert worden, habe aber nicht sofort reagieren können, weil er in einer Aufsichtsratssitzung sein Handy nicht direkt greifbar hatte. dpa