Budapest / swp Aston Martin oder vielleicht doch Red Bull? Vor dem Großen Preis von Ungarn bleibt vieles offen.

Seine guten Erinnerungen an die Autos von James Bond verwunderten Sebastian Vettel selbst ein bisschen. „Ich sollte mich vielleicht eher an die Bond-Girls erinnern“, sagte Vettel mit einem Schmunzeln am Donnerstag vor dem Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring. Dass ihm als Lieblingswagen ausgerechnet eher ein BMW als der Bond-Klassiker Aston Martin als erstes in den Sinn kam, ließ ein breites Grinsen unter Vettels Mund-Nase-Schutz vermuten.

Von den rasanten Spekulationen um seine Zukunft beim künftigen Werksteam Aston Martin will sich Vettel nicht treiben lassen. „Gerüchte sind Gerüchte“, betonte der 33-Jährige: „Fakt ist, dass es keine Neuigkeiten gibt.“ Immerhin bestätigte er „lose Gespräche“ mit den Verantwortlichen des künftigen Aston-Martin-Teams, das in dieser Formel-1-Saison als Racing Point startet. Ausgang offen.

Experten und Kollegen zerbrechen sich dafür aber schon mal den Kopf, wie siegfähig Vettel in einem Aston Martin wäre und was auf ihn zukäme. Zumal Sergio Perez mit seinen Aussagen zu einem möglichen vorzeitigen Abgang bei Racing Point nicht unbedingt entschleunigend wirkte. „Soweit ich weiß, habe ich einen Vertrag“, betonte der Mexikaner zwar mehrfach, sagte aber auch: „Wir sehen, was in den kommenden Wochen passiert.“ Respektvoll sprach er auch über Vettel: „Er hat viel erreicht in dem Sport. Er ist natürlich ein guter Name für ein Team.“

Mittelklasse als neue Welt

Es heißt, dass der 31. Juli der Stichtag ist, ob Racing Point ein weiteres Jahr mit Perez plant oder ihn gegen ein sattes Trennungsgeld verabschiedet. Dass nach den Hoch-Zeiten bei Red Bull und immerhin einem Team mit dem klangvollen Namen wie Ferrari der Wechsel zu Aston Martin auch seine Tücken hätte, betonte Renault-Pilot Daniel Ricciardo. Der Australier, 2014 in Vettels letzter Red-Bull-Saison an dessen Seite, meinte: „Er ist die ganze Zeit in seiner Karriere vorn gefahren. Wenn er wirklich in ein Mittelfeldteam geht, ist das neues Gebiet für ihn.“ Und wenn er es machen wolle, dann nicht nur für ein Jahr, sondern für zwei, drei oder mehr, um etwas aufzubauen.

Hätte, wäre, wenn – die Spekulationen über Vettels Zukunft gehen weiter. Der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock etwa kann sich vorstellen, dass der Heppenheimer sich selbst quasi bei Aston Martin parkt und beobachtet, wie es bei Mercedes mit Hamilton weitergeht oder dass er immer noch auf ein Cockpit bei Red Bull hofft.

Doch Helmut Marko, Motorsportchef von Red Bull, bestätigte bei RTL die Absage: „Das ist momentan für das Jahr 2021 keine Variante. Dass Sebastian auf den Markt kommt, war eine Überraschung. Auch der Zeitpunkt war eine Überraschung und deshalb war das für uns nie eine Überlegung wert gewesen.“ dpa