Wie präsentiert sich Cristiano Ronaldo nach dem offiziell verkündeten Aus bei seinem Klub Manchester United im ersten WM-Spiel in Katar? Das interessiert alle Fans – und vielleicht viele, die den 37-jährigen Edel-Stürmer weniger toll finden als er sich selbst. Nur die Trainer versuchen den Wirbel zu negieren oder zu ignorieren.

Doch der Abschied von Man United soll die portugiesische Nationalmannschaft beim Auftakt gegen Ghana auf keinen Fall negativ beeinflussen. „Das wurde nicht besprochen. Das Thema kam nicht zur Sprache, nicht einmal von ihm“, berichtete Nationaltrainer Fernando Santos am Mittwoch in Doha.

Am Dienstagabend hatte Manchester United wie berichtet die sofortige Trennung vom Superstar bekannt gegeben und damit auf dessen Generalabrechnung mit dem Premier-League-Klub im Interview mit Piers Morgan reagiert. Ungeachtet des Wirbels seien seine Nationalspieler vor dem Auftakt gegen die Westafrikaner am Donnerstag (17 Uhr/ZDF und MagentaTV) jedoch „sehr fokussiert und entschlossen“, bekräftigte Santos.

Dies stellte auch Bruno Fernandes, bislang Teamkollege Ronaldos beim englischen Rekordmeister, klar. „Wir sind bei einer WM, das ist der Traum jeden Spielers. Unser Fokus ist zu 100 Prozent bei der Nationalmannschaft. Wir wissen, was zu tun ist“, sagte der Mittelfeldspieler.

Es sei „ein Privileg“ gewesen, mit Ronaldo sowohl in der Nationalmannschaft als auch im Verein zusammenzuspielen, ergänzte Fernandes: „Aber nichts währt ewig. Ich glaube nicht, dass Cristianos Entscheidung irgendeinen Einfluss auf uns nimmt. Wir müssen sie respektieren.“

 Und auch Ghanas Nationaltrainer Otto Addo kümmert der Wirbel um Superstar Cristiano Ronaldo vor dem direkten Duell angeblich kaum. „Es ist nicht unser Problem. Alle wollen gewinnen, es ist ein großes Spiel bei der WM. Das darf keinen ablenken“, sagte der 47 Jahre alte gebürtige Hamburger und ehemalige Bundesliga-Profi. Kapitän Andre Ayew stimmte seinem Trainer zu: „Es ist nicht unser Problem, was bei Portugal passiert. Aber sie sind Profis und werden bereit sein“.

Bereit sein will auch Cristiano Ronaldo. Er ist nun vereinslos – und muss bei der WM potenziellen neuen Arbeitgebern beweisen, dass er noch auf Weltklasse-Niveau spielen kann. sid/dpa

Manchester United vor dem Verkauf?


Die Glazer-Familie, die amerikanischen Eigentümer von Manchester United, denken über einen Verkauf des Klubs nach. Das teilte der Verein mit. Die Ankündigung kam vier Stunden nach der Mitteilung, dass United und Cristiano Ronaldo den Vertrag auflösen. Zuvor hatte er unter anderem den Trainer und die Klubbesitzer kritisiert.