. Florian Wellbrock hat sich gleich bei seinem ersten WM-Rennen über fünf Kilometer im Freiwasser durchgesetzt und Gold geholt. Gelöst und stolz nahm sich der Weltmeister auf dem Siegerpodest Zeit für ein Selfie. Fröhlich posierte er mit Gregorio Paltrinieri und Mychajlo Romantschuk – den weiteren Edelmetall-Schwimmern. „Das erste Einzel-Gold ist doch etwas Besonderes, weil man es zu 100 Prozent aus eigener Kraft erreicht hat“, sagte Wellbrock am Tag nach dem Titel mit der Mixed-Staffel. Seine bisherige Bilanz: vier WM-Starts, vier Medaillen.

Bei 26,7 Grad im sehr warmen Lupa-See am äußeren Stadtrand von Budapest hatte sich der Magdeburger von Beginn an wohlgefühlt. „Das sind meine Bedingungen, ich habe gemerkt, dass etwas geht“, sagte Wellbrock. Er freute sich nicht nur über seinen Sieg, sondern auch über die Erfolge der anderen Medaillengewinner.

Die Richtigen auf dem Podium

„Mischa“ Romantschuks Bronze sorgte dabei für einen besonders emotionalen Moment. Der Ukrainer, der wegen des Krieges in seiner Heimat mit Wellbrock in Magdeburg trainiert, wurde von seiner Mutter, Schwester und weiteren Familienangehörigen aus der Ukraine frenetisch gefeiert. „Um ehrlich zu sein: Es standen genau die Leute mit mir auf dem Podium, die ich mir da gewünscht hatte“, sagte Wellbrock.

Drei Medaillen, darunter zwei goldene, innerhalb von 38 Stunden – viel mehr geht nicht. Über 1500 Meter, die längste Beckendistanz, hatte Wellbrock Bronze, über 800 Meter Freistil Silber geholt.

Auch für die zehn Kilometer am Mittwoch sehen Berkhahn und sein Schützling nun gute Chancen. „Als Titelverteidiger und Olympiasieger sollte man da zu den Favoriten gehören“, sagte Wellbrock, dessen WM-Vorbereitung etwas gestört war. „Ich musste mir die Weisheitszähne ziehen lassen, durfte zehn Tage nicht trainieren. Das ist natürlich vor einer Weltmeisterschaft nicht optimal“, sagte der 24-Jährige. dpa