Stuttgart / Heiko Hinrichsen Lange Zeit war von dem Japaner gar nichts zu sehen. Nun hat er sich als VfB-Stammkraft etabliert.

Die mit Himbeeren und Erdbeeren verzierte Sahnetorte zum 27. Geburtstag, die der U-15-Torwarttrainer des VfB, Yusaburo Matsuoka, spendiert hat, sie hat im Hause Endo mächtig Eindruck hinterlassen. Am Sonntag ist Wataru Endo 27 Jahre alt geworden. Einen Tag nach dem 3:0-Heimsieg über Erzgebirge Aue, in dem der Japaner erstmals links hinten in der Dreierkette eingesetzt wurde und mit einer starken Vorstellung erneut seine Vielseitigkeit bewies. Am Sonntag am Esstisch aber, da war neben dem Papa die Torte der große Star. Denn Kinderaugen lügen nicht. Und Wataru Endo, der hat Kinder im Alter von sechs, vier und drei Jahren, sowie den jüngsten Spross der Großfamilie, der gerade mal sieben Monate alt ist – und daher vorerst als Torten-Esser ausfällt.

„Der Start beim VfB war schwierig, aber ich habe immer an mich geglaubt und konnte letztlich zeigen, was ich kann“, sagt Endo, in dessen Leben es zwei große Fixpunkte gibt. Die Familie – und den Fußball. Sich etwa bei vier Kleinkindern eine professionelle Babysitterin zu leisten, was für einen Profifußballer durchaus finanzierbar wäre, das käme dem 22-fachen japanischen Nationalspieler niemals in den Sinn.

Endo wechselte 2018 von den Urawa Red Diamonds, jenem Club, welchen die VfB-Legende Guido Buchwald 2006 als Trainer zur Meisterschaft geführt hatte, zum VV St. Truiden, einem belgischen Erstligisten, der im Besitz eines japanischen Unternehmens ist. „Es ist ein Transfer, an dem ich lange gearbeitet habe“, sagte der VfB-Sportdirektor Sven Mislintat letztlich, als er im vergangenen Sommer „Mister Zuverlässig“ in Stuttgart präsentierte. Zunächst als Leihspieler, was sich bald erübrigt hat – denn der VfB hat angekündigt, seine Option ziehen zu wollen, um den Spieler für 1,7 Millionen Euro fest zu verpflichten. Heiko Hinrichsen