Der VfB Stuttgart hat den erhofften Sieg im letzten Bundesligaspiel des Jahres verpasst. Die Schwaben von Trainer Pellegrino Matarazzo mussten sich beim aufgrund von Corona-Fällen ersatzgeschwächten VfL Wolfsburg mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. Trotz der ersten Auswärtsniederlage im siebten Saisonspiel auf fremdem Platz feiert der Aufsteiger Weihnachten auf einem starken siebten Tabellenrang. „Ich glaube, es war unterm Strich ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben unsere Chance gehabt, sie nicht genutzt“, sagte Matarazzo bei Sky.

Der VfL Wolfsburg verbringt die kurze Bundesligapause trotz fünf kurzfristiger Quarantänefälle auf einem Champions-League-Platz. „Das war eine überragende Mannschaftsleistung, nach dem, was alles passiert ist“, sagte Torjäger Wout Weghorst in einem Sky-Interview. Das entscheidende Tor schoss der Kroate Josip Brekalo in der 50. Minute mit einem gleich zweimal abgefälschten Freistoß.

Die Wolfsburger gaben erst knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff bekannt, dass sich gleich fünf Spieler schon am Vortag in Quarantäne begeben hatten. Maximilian Arnold und Jerome Roussillon wurden positiv auf das Coronavirus getestet, Maximilian Philipp, Xaver Schlager und Tim Siersleben als unmittelbare Kontaktpersonen eingestuft. Das Trio begab sich nach Absprache mit dem Gesundheitsamt vorsorglich in die häusliche Isolation. „Das war für uns natürlich eine ungewohnte Situation. Es war von uns heute ein ganz starke Mannschaftsleistung“, sagte Weghorst. In den vergangenen Wochen und Monaten waren bereits die Spieler Kevin Mbabu, Josip Brekalo, Renato Steffen und Marin Pongracic positiv getestet worden.

Trotz der Schwächung spielte sich der VfL gleich mehrere klare Chancen heraus. Ein Kopfball von Maxence Lacroix flog schon in der ersten. Minute nur knapp über das Tor. Der nur noch selten berücksichtigte Gerhardt hatte in der zwölften Minute sogar eine Doppelchance. Trotz dieses Chancenplus‘ merkte man dem Wolfsburger Spiel besonders das Fehlen von Arnold, Schlager und Philipp an. Denn mit diesem Trio ging im Zentrum viel an Dynamik und Vorwärtsdrang verloren.

Genau das ist wiederum die Stärke des VfB, vor der Glasner vor dem Spiel so viel Respekt hatte. Doch aus seinen Tempovorteilen machte der Aufsteiger zu wenig. Nur in der 24. Minute war Silas Wamangituka nach einem schönen Pass des früheren Wolfsburgers Daniel Didavi nicht mehr zu halten. Sein Schuss verfehlte das Tor nur knapp.

Das Auslassen solcher Kontersituationen rächte sich dann kurz nach der Pause bei Brekalos Freistoß. Allerdings blieb der Kroate nur vier Minuten später nach einem Zweikampf auf dem Rasen liegen und musste ausgewechselt werden. Die Wolfsburger Ausfallliste wurde erneut länger.

Auch deshalb ging dem VfL zusehends die Kraft aus. Abgesehen von einer Großchancen für Daniel Gincezk (74.) dominierte Stuttgart die letzte halbe Stunde und hätte den Ausgleich auch erzielen müssen: Denn Nicolas Gonzalez stand nach einem Querpass von Roberto Massimo beinahe vor dem leeren Tor, traf den Ball aber nicht richtig (70.). dpa

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Reisen nach Wolfsburg lohnen sich nicht


Und es wird einfach nicht besser: Der VfB wartet seit 13 Auswärtsspielen in Wolfsburg auf einen Sieg. Nur zwei Unentschieden bei elf Niederlagen sprangen für die Mannschaft mit dem roten Brustring bei den Niedersachsen heraus. Der letzte Punktgewinn datiert aus der Saison 2017/2018 (1:1), der bisher letzte Sieg aus der Spielzeit 2005/2006 (1:0, Torschütze: Silvio Meißner). swp