Eigentlich war es schwierig, bei dieser Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart am Sonntag für emotionale Momente zu sorgen. Es standen keine Wahlen an, das 2:2 der Bundesliga-Mannschaft gegen den FC Bayern am Samstag verbreitete eine positive Stimmung unter den 500 anwesenden Mitgliedern. Doch dann erklärte Alexander Wehrle, der Vorstandsvorsitzende der VfB AG, seinen Plan, ehemalige verdiente Spieler des VfB mehr einbinden zu wollen. Und dass schon zu Beginn der sportlichen Analyse der vergangenen Saison für ihn festgestanden habe, die sportliche Führung des Fußball-Bundesligisten breiter aufzustellen. Danach verkündete er, wer das in der näheren Zukunft sein solle: Sami Khedira, Philipp Lahm, Christian Gentner und Cacau kehren zum VfB zurück.

Ex-Nationalspieler Cacau wird Markenbotschafter des VfB und soll den Klub in Stadt und Region besser repräsentieren. Khedira und Lahm, die 2014 Weltmeister wurden, sollen dem VfB beratend zur Seite stehen. Gentner wird ein neues Hauptamt bekleiden. Der frühere Kapitän wird Leiter der Lizenzspielerabteilung werden – im Team mit Sportdirektor Sven Mislintat. Der VfB holt sich also sportliches Know-how ins Boot. Einen neuen Sportvorstand wird es derweil nicht geben. Alexander Wehrle wird das Amt zusätzlich zu seiner Aufgabe als Vorstandsvorsitzender weiter bekleiden.

Offen ist dennoch, wie Mislintat zu Wehrles Personalien steht. Der Vertrag des Sportdirektors läuft im Sommer 2023 aus, die Gespräche über eine Verlängerung des Kontrakts stehen nun an. Der 49-Jährige ist selbstbewusst, sagte nach dem Spiel  des VfB in München: „Ich glaube, dass ich eine gute Wahl bin.“ Dirk Preiß