Wann hat es das zuletzt gegeben? Acht Spieltage vor Schluss kann der VfB Stuttgart einen Haken hinter das erklärte Saisonziel machen. Mit dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga wird der Aufsteiger wohl nichts mehr zu tun haben. Eher noch mit dem Kampf um die Europapokalplätze. Jedoch hat es das Restprogramm – beginnend mit dem Heimspiel am Ostersonntag (15.30 Uhr/Sky) gegen Werder Bremen – in sich. Auf die Mannschaft des Trainers Pellegrino Matarazzo warten noch die Hochkaräter aus Leipzig, Wolfsburg und Dortmund.

Nun ist nicht davon auszugehen, dass Kapitän Gonzalo Castro und Co. die nächsten Spiele herschenken werden. Die Mannschaft verfügt über genügend Sportsgeist. Hinzu kommt: Viele Spieler verfolgen noch persönliche Ziele, die Ansporn genug scheinen, um weiter überzeugende Leistungen zu bieten.

Wenn man das Gute im Schlechten sehen will, dann kommt die schwere Verletzung von Silas Wamangituka wenigstens zu einem erträglichen Zeitpunkt. Der Angreifer hat sein Soll für diese Saison mit elf Toren erfüllt, der Marktwert des 21-Jährigen schoss auf 25 Millionen Euro in die Höhe. Nach seinem Kreuzbandriss ist die Silas-Show aber fürs Erste beendet. Der Kongolose wurde am Freitag an seinem verletzten Knie operiert. Er fällt mindestens sechs Monate aus.

Nun können sich andere Spieler in den Vordergrund spielen: Darko Churlinov, Roberto Massimo und Erik Thommy. Dem 20 Jahre alten Massimo (zwölf Teileinsätze) werden dabei die besten Chancen eingeräumt, die Rolle des Edelreservisten abzulegen.

Gleich drei Spieler beschäftigt der VfB aktuell, die an der Schwelle vom Junioren- zum A-Nationalspieler stehen: Gregor Kobel, Orel Mangala und Borna Sosa. Auch wenn niemand den Mund zu voll nehmen will: Jeder von ihnen träumt davon, bei der Europameisterschaft im Sommer dabei zu sein. Die Chancen stehen gut. Torhüter Kobel wurde in dieser Woche für die Schweizer Nati nachnominiert. Hinter Gladbachs Yann Sommer und Yvon Mvogo (PSV Eindhoven) hat der 23-Jährige Chancen, zumindest als Nummer drei an der EM teilzunehmen. Um einen Kaderplatz bei den Belgiern kämpft Orel Mangala. Er ist derzeit verletzt, ihm bietet sich aber noch die Chance, auf den EM-Zug aufzuspringen. Genauso Borna Sosa. Bei den Kroaten ist zwar Borna Barisic als Linksverteidiger gesetzt. In dem Balkanstaat rechnen aber viele damit, dass dem U-21-Nationalspieler der Sprung in den A-Kader gelingen könnte.

Ambivalent fällt der Blick von Nicolas Gonzalez auf die bisherige Saison aus. Einerseits wird den Argentinier das sportlich gute Abschneiden seiner Mannschaft freuen. Er selbst stand nur insgesamt 933 von 2340 möglichen Minuten auf dem Platz. Ein Muskelbündelriss, ein Innenbandanriss im Knie und ein Muskelfaserriss setzten Gonzalez bislang mehr als die Hälfte der Saison außer Gefecht. Nun fällt er mit dem nächsten Muskelfaserriss wieder aus.

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Spieler bieten sich laut VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo als Ersatz für den verletzten Orel Mangala an: Naouirou Ahamada, Philipp Klement und Gonzalo Castro.