Die Rückkehr des Orel Mangala ist beinahe total missglückt. Monatelang fiel der Belgier im Mittelfeld desVfB Stuttgart aus. Sehnsüchtig wurde der 23-Jährige zurückerwartet, um mit Wataru Endo wieder einen starken Mittelblock beim Fußball-Bundesligisten zu bilden. Doch dann lief die 79. Minute im Spiel bei Eintracht Frankfurt. Der eingewechselte Mangala leistete sich eine unsaubere Ballannahme, rutschte weg – und Filip Kostic profitierte. Der umstrittene Eintracht-Profi erzielte mit links das 1:0. „Das war eine Kopie des Treffers, den er letztes Jahr gegen uns erzielt hat“, meinte der Verteidiger Marc Kempf.

Doch der VfB schlug unerwartet noch einmal zurück. Omar Marmoush traf zum 1:1-Endstand (88.). Und das in Unterzahl. Denn kurz zuvor hatte Waldemar Anton die Rote Karte wegen einer Notbremse gesehen (82.). Viel Aufregung gab es also in der Schlussphase einer Partie, die für die Gäste nur anfangs wie geplant lief: geordnet. Am Ende hatte der VfB viel Glück: Ein Schuss von Rafal Borré in der Nachspielzeit knallte an die Unterseite der Latte, ehe sich Torhüter Florian Müller den Ball schnappte.

In Frankfurt schickte der VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo eine Startelf auf den Platz mit Omar Marmoush, aber ohne Philipp Förster. Den Mittelfeldspieler plagte ein Infekt. Für ihn rückte Philipp Klement nach vorne. Marmoush, Leihgabe vom VfL Wolfsburg, verdrängte Hamadi Al Ghaddioui aus dem Sturm. Atakan Karazor bildete mit Wataru Endo die Doppelsechs.

„Die Eintracht war spielbestimmend, aber sie hatte nicht viele hochkarätige Chancen“, sagte Kempf, „diesmal war jedem bei uns anzumerken, dass wir hinten die Null halten wollten. Das ist die Basis.“ Und auf diese Weise wollte sich der VfB nach zuletzt zwei Niederlagen und insgesamt acht Gegentoren in drei Spielen stabilisieren. „Mit der Defensivarbeit bin ich sehr zufrieden. Aber vielleicht haben wir durch diesen Fokus etwas vergessen, unseren Offensivfußball zu spielen“, sagte Matarazzo.

Spielfluss entstand aus der Mitte des Stuttgarter Spiels jedenfalls nicht. Der VfB leistete sich mitunter viele Ballverluste und Ungenauigkeiten. Die Gastgeber blieben am Drücker. Nach einer Stunde rückte Müller in den Blickpunkt. Zunächst parierte der Schlussmann gegen Lammers und Kostic (61.). Unmittelbar danach schätzte er einen Eckball falsch ein – doch der Kopfball von Martin Hinteregger ging an die Latte. 

Matarazzo reagierte mit zwei Wechseln. Tanguy Coulibaly ersetzte Massimo auf dem rechten Flügel und der hochgelobte Ömer Beyaz versuchte es an Stelle von Mateo Klimowicz. Auch der lange verletzte Mangala kam wenig später zu seinem Comeback. Die mangelnde Spielpraxis war ihm jedoch anzumerken. Nach einer Nachlässigkeit erhielt er die Gelbe Karte. Kurz darauf folgte der Patzer vor dem 0:1. Doch es zeichnet den VfB aus, dass er nicht aufgibt. Selbst mit zehn Mann nicht. Die Gäste griffen mit dem Mut der Verzweiflung an – und wurden belohnt. „Dieses Unentschieden ist extrem wichtig für uns“, sagte Matarazzo, „da es mehr als der Punkt wert sein könnte.“

Der VfB hat den Abwärtstrend gestoppt und hofft nun, das nächste Mal im eigenen Stadion wieder mehr das eigene Spiel durchbringen zu können.Glücksmoment in der 88. Minute: Neuzugang Omar Marmoush trifft für den VfB Stuttgart zum 1:1 bei Eintracht Frankfurt.

Neuzugang Millot nicht im Kader


Enzo Millot gehörte in Frankfurt nicht zum Spieltagskader des VfB Stuttgart. Der 19-jährige Franzose absolvierte am Samstag ein individuelles Training in Stuttgart. „Er hat aktuell Höhen und Tiefen in seinen Aktionen“, sagte der Chefcach Pellegrino Matarazzo über den Mittelfeldspieler, der von der AS Monaco aus der Lique 1 verpflichtet wurde.