Am Tag der Neu-Trainer beziehungsweise Rückkehrer in der Fußball-Bundesliga war der Blick auf ein Trio gerichtet: Niko Kovac beim VfL Wolfsburg, Sandro Schwarz bei Hertha BSC und Enrico Maaßen beim FC Augsburg. Kovac, 50, hat zum Start seiner Mission in Wolfsburg große Ziele ausgegeben. „Wir wollen angreifen und erfolgreich sein, um international wieder dabei sein zu können“, sagte der gebürtige Berliner bei seiner offiziellen Vorstellung am Montag.

Der zwölfte Tabellenplatz der vergangenen Saison habe „niemanden in Wolfsburg glücklich gemacht. Champions League und Europa League – das ist das, was die Leute hier möchten und was wir möchten.“ Titel zu gewinnen, sei „das Schönste“. Kovac, der einen Vertrag bis 2025 besitzt, folgt auf Florian Kohfeldt. Für den Kroaten ist es die dritte Trainerstation in der Bundesliga. Mit Eintracht Frankfurt hatte er 2018 den DFB-Pokal geholt, mit Bayern München im Jahr darauf das Double. Titel zu gewinnen, so Kovac, sei „mit keiner Mannschaft einfach“. Doch im Fußball sei „alles möglich, wenn man alles dafür tut und daran glaubt“. In Wolfsburg wolle man künftig fördern und fordern. „Wir von unserer Seite, von Klubseite und von Trainerseite, wollen Titel holen. Ob es möglich ist, werden wir am Ende der Saison hoffentlich wieder besprechen“, sagte Kovac, der bis Januar den französischen Erstligisten AS Monaco trainiert hatte. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer nahm vor allem die Spieler in die Pflicht. „Das Wir-Gefühl müssen wir wieder mehr in den Vordergrund holen“, sagte der Ex-Profi. Persönliche Ziele hätten zuletzt über der Gemeinschaft gestanden. Schäfer bedauert: „Da haben wir Schiffbruch erlitten.“

Das Persönliche stellt der neue Hertha-Coach Sandro Schwarz in Berlin zurück, verzichtet zunächst auf das Sightseeing, weil die Zeit drängt, die Pflicht ruft. Am Samstag traf der 43-Jährige in der Hauptstadt ein und machte sich sofort ans Werk. „Es ist unser Anspruch, vom ersten Tag an sehr intensiv und fleißig zu sein, zu machen, zu arbeiten“, sagte Schwarz bei seiner Vorstellung am Montag. Am Mittwoch beginnt der x-te Neuanfang bei der Hertha mit dem Trainingsauftakt dann so richtig. „Es ist eine sehr herausfordernde Aufgabe, auf die ich mich sehr freue“, sagte Schwarz. Der ehemalige Bundesliga-Coach von Mainz 05 war zuletzt bei Dynamo Moskau tätig und geht die Aufgabe mit einer klaren Spielidee an. Er wolle wie bei seinen vorherigen Stationen „sehr aktiv“ spielen lassen, eine „gute Struktur gegen den Ball“ etablieren und „mutig und zielstrebig nach vorne spielen“. „Fleiß“ und „Ordnung“ waren dabei Eigenschaften, die er immer wieder hervorhob, sie einfordern und vorleben will. Bei der Umsetzung soll auch Kevin-Prince Boateng, 35, helfen, dessen Vertragsverlängerung zeitnah verkündet werden dürfte. Der Kader wird wohl erst im August stehen, die Mannschaft ist nach dem Fast-Abstieg alles andere als gefestigt. Von überhöhten Zielsetzungen wie dem Einzug in den Europapokal redet bei den Blau-Weißen spätestens nach dem mühsam erkämpften Klassenerhalt in der Relegation vorerst niemand mehr. Dazu trägt auch die wirtschaftliche Lage bei: Hertha muss haushalten, von den ursprünglichen Millionen von Investor Lars Windhorst ist fast alles weg.

FCA hofft auf mehr Konstanz

Nach zuletzt wiederholten Trainerwechseln ist der FC Augsburg unter Druck. „Dass wir Enrico Maaßen mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet haben, ist ein klares Zeichen, wie überzeugt wir von ihm sind und dass wir da natürlich eine Kontinuität anstreben“, sagte Geschäftsführer Stefan Reuter am Montag bei der Vorstellung seiner „absoluten Wunschlösung“.

Maaßen, 38, nahm am Montag die Trainingsarbeit mit der Mannschaft auf, nachdem er schon einige Tage „ein bisschen FCA-Luft“ hatte schnuppern können. „Wir müssen eine Identität kreieren. Wir wollen eine klare Spielidentität“, sagte Maaßen, der von den Amateuren von Borussia Dortmund zu den Schwaben wechselte. Auch bei der U23 des BVB habe man „unter Bundesliga-Bedingungen“ gearbeitet, sagte Maaßen. Aber natürlich gehe es in der Bundesliga noch einen Tick professioneller zu. sid/dpa

Klose in Altach: Ich setze mich sehr unter Druck


Der Grund für seinen Einstieg in die Cheftrainer-Karriere ausgerechnet beim SCR Altach ist für Miroslav Klose erstaunlich simpel. „Wenn ich ehrlich bin: Ich darf jetzt da arbeiten, wo andere Urlaub machen“, sagte der Weltmeister von 2014 bei seiner Vorstellung als Trainer des österreichischen Fußball-Bundesligisten am Montag. Gleichwohl hat der 44-Jährige mit dem Provinzklub aus der 7000-Seelen-Gemeinde an der Grenze zur Schweiz auch hohe Ziele, die er aber zunächst nur intern mit seinem neuen Team kommunizieren will. „Ich setze mich sehr unter Druck. Ich habe klare Vorstellungen“, sagte Klose, der um die Möglichkeiten beim Fast-Absteiger weiß.