Sam Bennett hat sich auf der Ile de Ré zum Sprintkönig gekürt und erstmals im Massenspurt bei der 107. Tour de France triumphiert. Im Kräftemessen der schnellen Kerle auf der windumtosten zehnten Etappe rang der Ire vom Team Deceuninck-Quick Step seinen australischen Rivalen Caleb Ewan nieder. Ex-Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) verlor mit Platz drei das Grüne Trikot an seinen langjährigen Bora-Teamkollegen Bennett.

„Ich danke allen Menschen, die mich hierhin begleitet haben“, sagte Bennett unter Tränen: „Sorry, ich will keine Heulsuse sein.“

Erfreulich aus deutscher Sicht: Routinier André Greipel, der in der ersten Tour-Woche so leiden musste, sprintete erstmals mit und kam auf einen starken sechsten Platz in einem packenden Finale auf der Atlantik-Insel. Nach dem ersten Ruhetag ging es auch sportlich richtig zur Sache.

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Slowene Primoz Roglic ohne Mühe. Emanuel Buchmann rollte mit Rückstand ins Ziel – der in der Pyrenäen schwer geschlagene Bora-Kapitän hatte am Ruhetag seine Klassement-Ambition für hinfällig erklärt.

Am Start auf der Ile d‘Oleron hatten alle 165 noch im Rennen verbliebenen Fahrer gestanden, auf die Reise schickte sie allerdings nicht wie gewohnt Tour-Chef Christian Prudhomme. Dieser war nämlich bereits in Quarantäne, nachdem er am Ruhetag positiv auf eine Corona-Infektion getestet worden war. „Das zeigt, dass es auch hier jeden erwischen kann“, sagte Sunweb-Profi Nikias Arndt. Bei ihm und allen anderen Fahrern fielen die routinemäßigen Tests – die ersten seit Tourstart – negativ aus, das befürchtete Chaos stellte sich nicht ein.

Auch am Mittwoch ist in Poitiers eine Sprintankunft zu erwarten, danach verabschieden sich Bennett, Sagan und Co. aus dem Scheinwerferlicht. Es beginnen die harten Tage im Zentralmassiv und in den Alpen. sid