Spiel, Satz und Sieg! Das heißt es ab Montag bei den deutschen Tennis-Hallenmeisterschaften in Biberach an der Riß. Eine Woche lang messen sich insgesamt 96 Damen und Herren im nationalen Wettbewerb. Das Corona-Chaos bleibt dabei vor der Tür. „Für die Spieler sind die Meisterschaften wichtig, da fast alle Turniere abgesagt worden sind und sie jetzt Spielpraxis sammeln können“, sagt Rolf Schmid, Organisator des Turniers und Vizepräsident des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB). Da die nationalen Titelkämpfe als Profiveranstaltung ausgeschrieben sind, dürfen die Meisterschaften in der WTB-Halle stattfinden – ohne Zuschauer. Hierfür wurde ein eng gefasstes Sicherheits- und Hygienekonzept der Stadt Biberach, des Deutschen Tennis-Bunds (DTB) und des Deutschen Olympischen Sportbunds vorgelegt. „Das Konzept wurde gelobt und stieß nur auf Einverständnis“, sagt Schmid zufrieden.

Es wird eine Art „Blase“ geben – ähnlich wie beim Final-Turnier der Basketball-Bundesliga. Alle Tennisakteure sind in einem Hotel untergebracht, in Einzelzimmern, gefrühstückt wird maximal zu zweit. Anders als die Bundesliga-Basketballer dürfen die Spieler das Hotel aber verlassen, und haben die Möglichkeit mit einem Fahrdienst zur Halle des Bezirksstützpunkts gebracht zu werden. Die Spielstätte können sie nur mit einer Chipkarte betreten, nachdem Fieber gemessen wurde. „Wir haben technischen Aufwand betrieben. So können wir verfolgen, wer sich wo und wie lange in der Halle aufhält“, sagt Schmid: „Alles zum Wohl der Spieler.“ Vor der Turnierteilnahme mussten alle Tennisspieler bestätigen, dass sie zuletzt nicht im Ausland oder in Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten gewesen seien – ein zusätzlicher negativer Test war nicht erforderlich.

Die 49. Turnierauflage findet ohne Mixed-Wettbewerb und Qualifikationsrunde statt. Die Frauen und Herren spielen je in einem 48er-Hauptfeld um das Weiterkommen. „Wir hatten 203 Anmeldungen“, so Schmid. Die 16 gesetzten Akteure der Damen- und Herrenkonkurrenz haben in der ersten Runde ein Freilos und steigen erst am Mittwoch in den Wettbewerb ein. Am Sonntag finden die beiden Endspiele (ab 12 Uhr) statt. Unter den insgesamt zwölf Wildcard-Teilnehmern, die DTB-Bundestrainerin Barbara Ritter und Michael Kohlmann, Kapitän des Davis-Cup-Teams, ernannten, befinden sich Nachwuchstalente ab Jahrgang 2006. Die 16-jährige Mia Mack und Benedict Kurz (beide TC Doggenburg) haben große Chancen, bei den Hallenmeisterschaften für Aufsehen zu sorgen.

Vecic und Maden sind gesetzt

Die amtierende deutsche Hallenmeisterin Antonia Lottner und Vorjahres-Finalistin Katharina Hobgarski treten nicht an. Bei den Damen ist dieses Jahr Katharina Gerlach (Tennispark Versmold) die topgesetzte Tennisspielerin. Auch Alexandra Vecic, Halbfinalistin im Juniorenturnier der Australian Open 2020, mischt mit. Bei den Herren will Daniel Masur seinen Titel verteidigen. Der 26-Jährige ist hinter Julian Lenz und Yannick Maden – württembergischer Ranglistenführer – gesetzt.

„Generell sind beide Felder ähnlich stark wie vergangenes Jahr. Das werden spannende Matches“, sagt Schmid: „Es ist aber sehr bedauerlich, dass wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen. In den letzten Jahren waren viele Zuschauer da und haben Stimmung gemacht.“ Ganz „im Geheimen“ wird die Veranstaltung aber nicht ablaufen. Der Streamingdienst Tennis Channel zeigt jedes einzelne Duell der deutschen Tennis-Hallenmeisterschaften in Biberach.

Vorletzte Meisterschaft in Biberach?


Zum zehnten Mal hintereinander finden die deutschen Tennis-Hallenmeisterschaften in Biberach statt. Bis 2021 bleibt die oberschwäbische Stadt an der Riß Austragungsort des jährlichen nationalen Wettbewerbs. „Im Laufe des nächsten Jahres wird neu verhandelt. Ich bin optimistisch, dass das Turnier in Biberach bleibt“, sagt WTB-Vizepräsident Rolf Schmid, der mit einem eingespielten Team die Titelkämpfe organisiert: „Hier steht eine der schönsten Hallen des Landes, und der Weihnachtsmarkt ist auch bei den Spielern gefragt.“