Christian Streich umarmte seinen Trainer-Kollegen Daniel Farke freundschaftlich, dann hatte der emotionale Coach des SC Freiburg Redebedarf mit Schiedsrichter Tobias Stieler. Doch es half alles nichts. Nach einer Nullnummer gegen Borussia Mönchengladbach haben die Freiburger die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga nach nur einer Woche an Union Berlin verloren – sie konnten es am Ende einer harten Woche verkraften.

„Es war ein gutes 0:0. Es war eine gute Leistung. Gladbach hatte auch ein paar Chancen. Daher ist es in Ordnung“, sagte SC-Stürmer Michael Gregoritsch bei DAZN. Die Gladbacher warten zwar seit mehr als 20 Jahren auf einen Sieg beim SC, haben aber immerhin saisonübergreifend seit sechs Auswärtspartien nicht mehr verloren. Die Borussia rangiert auf Platz acht.

Vor 34 000 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion ging es gleich zu Beginn munter hin und her. Der Japaner Ritsu Doan (2.) hatte die Führung genauso auf dem Fuß wie der Gladbacher Florian Neuhaus auf der Gegenseite (5.). Nach knapp zehn Minuten übernahmen die Gastgeber, die am Donnerstag zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League gegen Aserbaidschans Meister Qarabag Agdam gewonnen hatten (2:1), weitgehend die Kontrolle.

Die beste Chance in dieser Phase hatten allerdings die Gladbacher bei einem Konter. Marcus Thuram scheiterte an SC-Torwart Mark Flekken (14.). Auf der anderen Seite nutzte der erstmals in der Startelf stehende Neuzugang Daniel-Kofi Kyereh eine ebenso große Möglichkeit nicht (16.).

Mitte der ersten Hälfte lag die Freiburger Führung in der Luft. Die Mannschaft von Streich, die ohne Lucas Höler und Roland Sallai auskommen mussten, drängte die Gäste zunehmend in die Defensive. Die Gladbacher, bei denen der gesperrte Ko Itakura, Tony Jantschke, Nico Elvedi und Alassane Plea fehlten, konnten sich nach wenigen Minuten aber wieder befreien. Jonas Hofmann (27.) und Thuram (29.) brachten das SC-Tor gehörig in Gefahr.

In der 34. Minute musste dann Neuhaus mit einer Knieverletzung vom Platz, für ihn kam Nathan Ngoumou. „Es sieht nach einer Kreuzbandverletzung aus“, sagte Daniel Farke: „Ich hoffe, dass sich die Befürchtung nicht bestätigt.“

Zu Beginn des zweiten Durchgangs belauerten sich beide Mannschaften. Weder die Gladbacher noch die Freiburger wollten einen vorentscheidenden Fehler begehen. Lediglich die heftig geführten Zweikämpfe der Borussen gegen ihren Ex-Kollegen Matthias Ginter sorgten für Aufregung. Direkt nach dem Abpfiff begann für die Freiburger die Vorbereitung auf eine harte Woche. Am kommenden Donnerstag muss der SC in der Europa League bei Olympiakos Piräus antreten. sid

Gladbachs Jonas Hofmann ragt heraus


In einem starken Spiel in Freiburg aller Akteure ragte Jonas Hofmann heraus. Der deutsche Nationalspieler war an 6 der 14 Gladbacher Torschüsse direkt beteiligt, das war ebenso Fohlen-Bestwert wie seine 5 Torschussvorlagen. Hofmann war laufstärkster Akteur der Partie (11,9 Kilometer), zog die meisten Sprints aller Spieler an (32) und gewann gute 57 Prozent seiner Zweikämpfe. sid