Den ersten großen Wunsch hat sich Ons Jabeur in New York bereits erfüllt – sie hat endlich ihr Vorbild Andy Roddick getroffen. Die deutlich größere Sehnsucht will sie am Samstagabend (22 Uhr/Eurosport) im Arthur-Ashe-Stadium stillen: Jabeur will unbedingt den fünf Pfund schweren Siegerpokal bei den US Open in die Hände nehmen, nachdem sie vor zwei Monaten in Wimbledon so knapp ihren ersten Grand-Slam-Titel verpasst hatte. Dafür muss sie aber erst Iga Swiatek aus dem Weg räumen.

„Ich lerne aus allen Endspielen, die ich bestreite und habe vor allem in Wimbledon viel gelernt. Ich werde alles geben und will hier auf jeden Fall den Titel holen“, sagte die Tunesierin: „Für mich ist es wichtig, die Dinge, die ich erreichen möchte, laut auszusprechen.“ Die lebenslustige Athletin, in der Heimat mittlerweile ein Star, setzte mit ihrem 6:1, 6:3-Sieg gegen die chancenlose Französin Caroline Garcia ein Ausrufezeichen vor dem Duell mit der Weltranglistenersten. Jabeur zeigte gute Variationen und servierte fast wie einst Roddick: Acht Asse standen am Ende in ihrer Statistik.

Keine Panik mehr

Aber es wird dennoch eine Höchstschwierigkeit, die Polin Swiatek zu besiegen. Wie gegen Jule Niemeier im Achtelfinale kämpfte sich Swiatek auch im Halbfinale gegen Aryna Sabalenka aus der Bedrängnis und war am Ende beim 3:6, 6:1, 6:4-Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Swiateks Erfahrung und die Arbeit mit ihrer Psychologin zahlen sich aus. Früher sei sie „in Panik“ geraten, wenn es schlecht lief. „Jetzt fällt es mir einfach leichter, logisch zu überlegen, was ich ändern kann“, sagte die Warschauerin, die ein „physisches Duell“ erwartet.

„Sie hat einen anderen Spielstil als die meisten Spielerinnen und hat ein tolles Händchen“, sagte Swiatek über ihre Finalgegnerin. Die ist sich sicher: „Ich habe das Gefühl, dass ich genau weiß, was ich gegen sie tun muss.“ sid