Historischer Erfolg auch ohne Alexander Zverev: Mit dem verletzten Olympiasieger und selbsternannten „Cheerleader“ in der Box hat das deutsche Davis-Cup-Team zum Auftakt der Zwischenrunde in Hamburg etwas überraschend Frankreich mit 2:1 besiegt – und eine 84-jährige Durststrecke in diesem Wettbewerb gegen das Nachbarland beendet.

Im abschließenden Doppel beendeten Kevin Krawietz aus Coburg und der Frankfurter Tim Pütz eine Misserfolgsserie, die bis ins Jahr 1938 zurückreichte. Das DTB-Duo setzte sich gegen Nicolas Mahut und Arthur Rinderknech mit 6:2, 3:6, 7:6 (7:1) durch.

Lokalmatador Zverev zuvor machtlos mitansehen, wie Oscar Otte eine vorzeitige Entscheidung zugunsten der Gastgeber nicht nutzen konnte. Der Kölner haderte, lamentierte und war gegen Adrian Mannarino chancenlos. Nach 80 Minuten ging der Franzose mit 6:4, 6:3 als hochverdienter Sieger vom Platz, er beendete die Partie mit einem sehenswerten Stopp. Somit blieben Zverevs Hilfestellungen für Otte wirkungslos. „Wir haben ein paar taktische Dinge besprochen“, sagte Deutschlands Nummer eins vor der Partie, doch den wichtigsten Hinweis konnte der 29-jährige Otte nicht umsetzen.

Positiv vorgelegt hatte bereits am Nachmittag Routinier Jan-Lennard Struff, indem er die Platzherren in Führung brachte. Gegen Benjamin Bonzi setzte sich der 32-Jährige aus Warstein in einer umkämpften Partie mit 6:4, 2:6, 7:5 durch. Nach 2:13 Stunden verwandelte Struff seinen vierten Matchball.

In ihrem zweiten Match trifft Deutschland am Freitag (14 Uhr/ServusTV und DAZN) auf Belgien. Exakt 48 Stunden später ist Australien der letzte deutsche Gegner. Die beiden besten Teams qualifizieren sich für das Finale im November in Malaga.  dpa