Das persönliche Highlight hat Jan-Lennard Struff in diesem Jahr schon erlebt. „Ich bin Mitte Oktober zum zweiten Mal Vater eines Sohnes geworden“, berichtete der 32-Jährige vor Beginn einer spannenden Davis-Cup-Woche in Malaga: „Das stellt natürlich alles andere in den Schatten.“ Auch den Sport und seinen Job als Tennisprofi, in dem die vergangenen Monate durchaus nicht einfach waren. „Das Jahr war für mich schwierig, ich habe nicht gut gespielt, war verletzt“, sagte Struff. Seinen langjährigen Status als deutsche Nummer zwei hat der Warsteiner vorerst verloren und ist erstmals seit 2016 aus den Top 100 gerutscht.

Platz 152 steht aktuell hinter seinem Namen und doch soll Struff für das deutsche Team im schweren Viertelfinale gegen Titelmitfavorit Kanada an diesem Donnerstag (16 Uhr/ServusTV) einmal mehr zu einem Trumpf werden. Denn, wenn es im Team zur Sache geht, kann Struff immer wieder sein bestes Tennis abrufen. „Dieser Spirit pusht mich noch einmal zusätzlich. Das sind für mich mit die coolsten Wochen im Jahr“, sagte er nun an der spanischen Mittelmeerküste.

Dass die Mannschaft von Bundestrainer Michael Kohlmann auch in diesem Jahr zu den besten acht Nationen gehört, liegt nicht zuletzt an Struff. In der Gruppenphase im September in Hamburg gewann er alle seine drei Einzel – und zeigte, was noch immer in ihm steckt.

Gegen die aktuell so starken Kanadier mit den beiden Top-20-Spielern Felix Auger-Aliassime und Denis Shapovalov gehen sowohl der Kölner Oscar Otte, in Abwesenheit von Alexander Zverev auf Position 65 der Weltrangliste die deutsche Nummer eins, sowie der Warsteiner Struff als Außenseiter ins Rennen. „Aber wir müssen uns wirklich nicht verstecken und an unsere Chance glauben“, sagte Struff.

Gelingt es, einen Sieg aus den Einzeln zu „klauen“, sind die Chancen der Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) plötzlich exzellent. Seit 15 Partien ging kein Doppel mehr verloren – und das nun auch dauerhaft auf der Tour zusammenspielende Duo Kevin Krawietz/Tim Pütz (Coburg/Frankfurt) bewies schon mehrfach starke Nerven. sid/dpa

Kampf gegen den Bedeutungsverlust


Ex-Profi David Ferrer will als neuer Turnierdirektor des Davis Cups dafür sorgen, dass der Team-Wettbewerb wieder mehr Bedeutung bekommt. Nach den vielen Reformen der vergangenen Jahre habe man nun „ein nachhaltiges Format“, sagte der Spanier.

Jahrelang galt der Davis Cup als Highlight im Tennis-Kalender. Durch den vor drei Jahren eingeführten neuen Modus mit der Abschaffung von Heim- und Auswärtsspielen zugunsten einer kompakten Endrunde an einem Ort hat der Wettbewerb aber an Renommee verloren.