Melbourne / dpa Angelique Kerber und Alexander Zverev müssen sich in der dritten Runde steigern. 

Im dritten Satz schielte auch Alexander Zverev auf seine Aufschlag-Statistik und erfüllte sich dann seinen Wunsch. Mit dem ersten Match seit Monaten ohne Doppelfehler befreite sich der Hamburger ein Stück aus seiner Formkrise und spielt jetzt wie Angelique Kerber bei den Australian Open um den Einzug ins Achtelfinale. „Es ist ein angenehmes Gefühl, dass ich das noch kann“, sagte der 22-Jährige.

Ein Gradmesser, wie weit es für Zverev und Kerber gehen kann, waren die Zweitrunden-Aufgaben noch nicht. Was wohl am Samstag passiert? Zverev will dann gegen den erfahrenen Spanier Fernando Verdasco bestehen, einen früheren Top-Ten-Spieler. Kerber trifft auf die unangenehme Italienerin Camila Giorgi. Die Metzingerin Laura Siegemund ist nach dem 3:6, 3:6 gegen die tschechische Mitfavoritin Karolina Pliskova nicht mehr dabei.

Zverev dagegen ist, wie er sagt, wie in „einer Blase“. Nach seinem 7:6 (7:5), 6:4, 7:5 gegen den weißrussischen Außenseiter Jegor Gerassimow sei noch viel mehr drin, lobte Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport. Zverev dagegen sagte: „Ich werde besseres Tennis spielen müssen.“

Zverev und Kerber genügten solide Auftritte für das Erreichen der dritten Runde. Zeitlich fast parallel setzten beide wie schon in Runde eins ihren Weg in Melbourne fort. Man laufe sich mal im Restaurant oder beim Aufwärmen über den Weg, berichtete Kerber. Mehr nicht. „Jeder hat seinen eigenen Plan“, so die Kielerin. „Wir sind relativ konzentriert darauf, was wir machen.“

Die Melbourne-Siegerin wird sich nach dem 6:3, 6:2 gegen Außenseiterin Priscilla Hon (Australien) nun auf ihre deutlich schwierigere Prüfung gegen die Italienerin Camilia Giorigi konzentrieren. „Das wird eine ganz andere Klasse als die beiden, die sie bisher gespielt hat“, urteilte die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner. „Wir wissen, wozu Angie fähig ist, wenn sie sich reinfindet. Ich glaube, dass vieles drin ist, aber es ist schwerer als sonst, weil ihr Matches fehlen.“ Zudem hat Kerber ihre Oberschenkelprobleme noch nicht komplett auskuriert. „Immer mal wieder sticht es noch ein bisschen rein“, sagte die Nummer 18 der Welt. dpa