Auf dem Weg zur Siegerehrung im ungarischen Balatonfüred feierte sich Mark Cavendish schon einmal selbst. „Ich bin alt, aber ich bin immer noch ich“, sagte der Sprinterkönig und blickte stolz auf den 160. Sieg seiner großen Karriere zurück. Auf der dritten Etappe des Giro d‘Italia, der dieses Mal in Ungarn begonnen hat, hatte der 36-jährige Brite gezeigt, was noch immer in ihm steckt. Zur Tour darf der Radprofi in diesem Jahr aber eher nicht, dabei winkt ein besonderer Rekord.Cavendish, nach neunjähriger Abstinenz erstmals wieder in Italien am Start und beim Highlight zum 16. Mal Tagessieger, ist beim Team Quick-Step unter den Sprintern nur die Nummer zwei hinter Fabio Jakobsen. Darum dürfte der Niederländer bei der Großen Schleife in Frankreich den Vorzug erhalten, noch ist aber offenbar nichts in Stein gemeißelt.

Es bleibt also abzuwarten, ob der viermalige Weltmeister vielleicht doch die Chance bekommt, den legendären Eddy Merckx hinter sich zu lassen. Beide liegen mit 34 Etappenerfolgen an der Spitze der ewigen Tour-Siegerliste. Ein weiterer Erfolg, und Cavendish würde sich in der Bestenliste vor den 76-jährigen Belgier setzen. „Ich will 50 weitere Tour-Etappen gewinnen“, hatte der Brite zuletzt gesagt. Das wird für den Mittdreißiger wohl nichts mehr. Dass Cavendish, der im Vorjahr zum zweiten Mal das Grüne Trikot in Frankreich holte, aber für weitere Tagessiege die Beine hat, steht außer Frage.

Virus und Depressionen

Cavendish dann am Sonntagnahcmittag am Plattensee, nach 201 Kilometern durch Ungarn von Kaposvar nach Balatonfüred setzte er sich im Massensprint durch. Es war sein erster Giro-Etappensieg seit 2013 – in den Folgejahren hatte er das „großartige Rennen, das ich so sehr liebe“ dann stets ausgelassen. Zwischenzeitlich stoppte ihn das Epstein-Barr-Virus, Cavendish hatte Depressionen, doch er ist längst wieder da.

Am Montag hat der Starsprinter von der Isle of Man Pause, es steht für den Tross der Transfer nach Sizilien an. Am Dienstag geht es auf den Ätna, kein Terrain für Cavendish (siehe auch Info-Box). Aber bis zum Finale am 29. Mai in Verona werden weitere Chancen kommen. Stellt sich nur noch die Frage, ab das für die Tour de France auch gilt. sid

Deutscher Erfolg am Vulkan Ätna


Lennard Kämna hat die erste schwierige Bergprüfung beim 105. Giro gewonnen. Der 25-Jährige vom Team Bora-hansgrohe war am Dienstagabend nach 172 km und einem Schlussanstieg auf den Ätna der stärkste Fahrer und feierte nach der Tour de France 2020 seinen zweiten Etappensieg bei einer Landesrundfahrt. Im Schlusssprint setzte er sich vor Juan Pedro Lopez (Trek-Segafredo) durch.

Der Spanier Lopez übernahm das Rosa Trikot des Gesamtführenden vom Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix). Als einer der Favoriten fiel der Niederländer Tom Dumoulin (Jumbo-Visma) zurück, der Kolumbianer Miguel Angel Lopez aus der Mannschaft Astana Qazaqstan gab wegen einer Hüftverletzung auf. Kämnas Teamkollege Emanuel Buchmann zeigte dabei ebenfalls eine gute Leistung. Die fünfte Etappe von Catania nach Messina ist wie gemacht für den nächsten Erfolg von Sprinter Mark Cavendish.