Basketball-Bundestrainer Gordon Herbert hat vor dem EM-Duell mit Titelverteidiger Slowenien von dessen Superstar Luka Doncic geschwärmt. „Er ist jemand, für den man bezahlen würde, um ihn zu sehen. Ich weiß nicht, ob ich lieber Leon Draisaitl beim Eishockey spielen zuschauen würde oder ihm beim Basketball, aber das ist eine Diskussion für einen anderen Tag“, sagte der aus dem eishockeyverrückten Kanada stammende Coach.

Durch den besten deutschen EM-Start der Geschichte mit drei Siegen aus drei Gruppenspielen stehen die Gastgeber bereits im Achtelfinale von Berlin am Samstag (18 Uhr/MagentaSport). Vorher warten in Köln aber noch die verbleibenden Vorrundenpartien am Dienstag und Mittwoch (beide 20.30 Uhr/MagentaSport) gegen die Slowenen und Ungarn.

Je besser die Platzierung, desto leichter ist möglicherweise der Gegner in der Runde der letzten 16, der aus der Gruppe A mit Spanien und der Türkei kommen wird. „Wir wollen jetzt natürlich am besten als Gruppenerster weiterkommen. Das hilft uns für den weiteren Verlauf des Turniers“, sagte Nationalspieler Johannes Thiemann.

Lob fürs Publikum

Nach den Erfolgen gegen Frankreich, Bosnien-Herzegowina und Litauen lobte Herbert ausdrücklich das Kölner Publikum in der Lanxess Arena. „Sie waren ein sechster Mann für uns. Die Fans sind uns zur Seite gesprungen und haben uns in schwierigen Situationen unterstützt. Ich habe sowas in Deutschland noch nicht gesehen“, sagte er.

Am Tag nach dem kräfteraubenden 109:107-Sieg und doppelter Verlängerung gegen die Litauer verordnete der Bundestrainer seinen Spieler eine Auszeit. „Wir hatten drei Spiele in vier Tagen. Heute ist ein Erholungstag, um mental und körperlich bereit zu sein“, so Herbert.

Befeuert von den drei grandiosen Siegen machte Basketball-Präsident Ingo Weiss den TV-Sendern eine Ansage, weil diese keine Livespiele von der EM zeigen: „Ignorant und enttäuschend“ nannte er das Verhalten der Öffentlich-Rechtlichen, die „ihrem Auftrag nicht nachkommen“.  Dass die bisher spektakulären Begegnungen ausschließlich live beim Internet-Sportsender Magentasport zu sehen sind, wurmte Weiss sichtbar.

ARD und ZDF zeigen Ausschnitte der Spiele in ihren Formaten wie am Sonntag in der „Sportschau“, senden aber anders als vor sieben Jahren nicht live. Zwar kann auch bei Magentasport jedes deutsche Spiel kostenlos geschaut werden, doch wird dabei keine ähnliche Reichweite generiert wie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.

Weiss lobte die „exzellente Übertragung“ der Telekom-Tochter und betonte, der Rechteinhaber habe ARD und ZDF „einen Roten Teppich“ ausgelegt, um übertragen zu können. Die beiden Sender wehren sich gegen Weiss‘ Vorwürfe. „Ich weiß nicht, woher Herr Weiss seine Informationen hat“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann: „Die Deutsche Telekom hat die Übertragungsrechte für die Live-Spiele erworben. Dabei bleibt es.“ ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erklärte, sein Sender berichte „umfangreich“. dpa

Mäßige Quoten im Jahr 2015


Vergangenheit ARD und ZDF hatten die Europameisterschaft zuletzt 2015 live übertragen. Damals war für Deutschland vor heimischem Publikum in Berlin bereits in der Vorrunde Schluss gewesen.

Quoten Die TV-Quoten mit durchschnittlich 1,2 Millionen Zuschauern bei den Auftritten von Superstar Dirk Nowitzki und Co. waren dabei  mäßig. Den Höchstwert (1,46 Millionen) hatte das letzte Gruppenspiel gegen Spanien (76:77) der ARD beschert – es sollte der letzte Auftritt von Nowitzki im Nationaltrikot gewesen sein.