Emanuel Buchmann kämpfte bei der ersten Klettershow um den Anschluss, doch gegen die Wucht von Ex-Skispringer Primoz Roglic war die deutsche Rad-Hoffnung machtlos. Der Vorjahresvierte verlor am Dienstag bei der ersten Bergankunft der Tour de France in 1825 Metern Höhe neun Sekunden – ein kleiner Dämpfer für den Vorjahresvierten. Roglic unterstrich in Orcières-Merlette seine Favoritenrolle, auch wenn er das Gelbe Trikot des französischen Stars Julian Alaphilippe noch nicht in Gefahr brachte. Roglic siegte nach 160,5 Kilometern vor seinem Landsmann Tadej Pogacar.

Auch Vorjahressieger Egan Bernal (Kolumbien) war im Schlepptau der beiden Slowenen, büßte keine Zeit ein. „Viel verloren habe ich noch nicht, das hält sich noch in Grenzen“, sagte Buchmann. Die Sturzverletzungen sind halbwegs überwunden. Buchmann hatte beim 7,1 Kilometer langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 6,7 Prozent Steigung nur kleine Probleme.

Zu kämpfen hatte auch Alaphilippe, doch seine schwächeren Kletterfähigkeiten machte er mit einer weiteren Energieleistung wett. So wird Frankreichs Liebling am Mittwoch zum 17. Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot tragen, womit er in der ewigen Bestenliste der Franzosen auf den neunten Platz vorrückte.

Die Entscheidung über den Tagessieg fiel auf dem letzten Kilometer, als Roglic das Kommando übernahm. „Meine Jungs haben einen super Job gemacht. Ich hatte eine gute Position“, sagte er.

Zuvor hatte eine sechsköpfige Ausreißergruppe mit Nils Politt das Geschehen bestimmt. Direkt nach dem Start hatte das Sextett die Flucht ergriffen und zwischenzeitlich vier Minuten Vorsprung herausgefahren. Auf einer Abfahrt versuchte es Politt auch mal im Alleingang, wurde aber wieder eingeholt.

Auf der fünften Etappe sind am Mittwoch wieder die Sprinter gefragt. Über 183 Kilometer von Gap nach Privas warten nur zwei Berge der vierten Kategorie. dpa