Nach 13 Jahren ist Schluss. Die deutsche Ausnahme-Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg beendet völlig überraschend ihre aktive Karriere – mit sofortiger Wirkung. Das teilte die 30-Jährige, die jahrelang die beste Alpin-Sportlerin des Deutschen Skiverbandes (DSV) war, am Dienstag rund eineinhalb Monate vor dem geplanten Weltcup-Auftakt in Sölden mit. „Diesen Entschluss habe ich schweren Herzens und nach reichlicher Überlegung in den letzten Wochen gefasst“, schrieb die Olympiasiegerin von 2010 und zweimalige Vizeweltmeisterin in den sozialen Netzwerken.

„Nach meiner Verletzung im Frühjahr und den zurückliegenden zwei Monaten im Schneetraining habe ich gemerkt, dass es mir nicht mehr gelingt, mein absolutes Top-Niveau zu erreichen“, erklärte Rebensburg. Es sei immer ihr Ansporn gewesen, um Siege mitzufahren und die Menschen zu begeistern. „Da ich nun aber das Gefühl habe, dem nicht mehr gerecht zu werden, ist dies zwar eine sehr schwere aber für mich unausweichliche Entscheidung.“

Für den DSV ist der Rücktritt seiner mit Abstand erfolgreichsten Athletin ein herber Dämpfer vor der WM-Saison. Rebensburg war neben Thomas Dreßen die größte Hoffnung im Kader für den neuen Winter, der wegen der Corona-Folgen noch voller Ungewissheit steckt. Vor Rebensburg hatten auch Veronique Hronek, Christina Ackermann, Dominik Stehle und Fritz Dopfer die Karriere nach der abgebrochenen Vorsaison beendet.

Rebensburg war seit ihrem Gold-Triumph bei den Winterspielen von Vancouver 2010 eine der besten Skirennfahrerinnen der Welt und nach dem Karriereende von Maria Höfl-Riesch 2014 das alpine Aushängeschild in Deutschland. Sie gewann 19 Weltcups in Riesenslalom, Super-G und Abfahrt und ist in der ewigen deutschen Bestenliste Vierte hinter Katja Seizinger (36), Höfl-Riesch (27) und Hilde Gerg (20). Zudem holte sie in ihrer Paradedisziplin Riesenslalom zweimal WM-Silber (Vancouver 2015, Are 2019) und drei kleine Weltcup-Kristallkugeln als Disziplinbeste (2011, 2012, 2018).

Ihr letzten beiden Rennen waren damit die Heim-Events im vergangenen Februar in Garmisch-Partenkirchen – die beide Gefühlsextreme für Rebensburg bereithielten. Nachdem sie die Abfahrt gewonnen und damit ihren ersten Weltcupsieg in der Königsdisziplin gefeiert hatte, stürzte sie im Super-G und musste ihre Saison wegen einer Knieverletzung vorzeitig beenden. „Mit der Erinnerung an mein letztes Rennwochenende in Garmisch und dem Sieg bei der Abfahrt, ist es ein schöner Zeitpunkt die Wintersportbühne zu verlassen“, schrieb sie nun. dpa

Etappe 5: Vom Alpenrand in die Ardeche


Felix Neureuther ist „geschockt“


Der ehemalige Skistar Felix Neureuther hat mit Bedauern auf das Karriereende von Ausnahme-Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg reagiert. „Das ist ein Riesen-Einschnitt für den deutschen Skirennsport. Ich muss sagen, ich war schon geschockt, als ich von ihrem Rücktritt gehört habe“, sagte der 36-Jährige.

Die dreimalige Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch hat ihrer Weggefährtin Viktoria Rebensburg nach deren Rücktritt alles Gute für die Zukunft gewünscht. „Ich gratuliere ihr zu einer großartigen Karriere mit vielen tollen Erfolgen“, sagte die 35-Jährige