Karim Adeyemi ließ für seine erste Kampfansage keine Zeit verstreichen. „Der BVB“, betonte der hochtalentierte Neuzugang von Borussia Dortmund, „will auf jeden Fall angreifen“. Sie seien schließlich „jedes Jahr knapp dran, den Titel zu gewinnen“. Angesichts des meist zweistelligen Punkterückstands auf Bayern München mag die Aussage des Nationalspielers ein wenig verwundern. Allerdings sicherte sich der BVB in den vergangenen zehn Jahren immerhin sechsmal die Vize-Meisterschaft hinter dem schier unersättlichen Serienchampion – und damit soll bald Schluss sein. Der BVB will zurück auf den Bundesliga-Thron und treibt seinen angekündigten Kaderumbruch mit Hochdruck voran. Der 20-jährige Adeyemi ist nach den Innenverteidigern Niklas Süle, 26, und Nico Schlotterbeck, 22, bereits der dritte Spieler der DFB-Auswahl, den es in diesem Sommer zum BVB zieht. In Dortmund soll nach einer insgesamt enttäuschenden Saison Aufbruchstimmung entfacht werden. „Es war immer ein Traum von mir, hier zu spielen“, sagte Adeyemi, der bei RB Salzburg den Durchbruch geschafft hat.

Defensiv sollen Süle und Schlotterbeck für mehr Stabilität sorgen, offensiv setzt man trotz des schmerzhaften Abgangs von Erling Haaland auf Schnelligkeit. So liege Adeyemis Stärke „im Abschluss“ und seinem „extremen Tempo“, wie der scheidende Sportdirektor Michael Zorc versicherte. Das macht auch Trainer Marco Rose glücklich. „Nur schön spielen, reicht auf Dauer nicht“, hatte Rose zuletzt erklärt: „Wir alle müssen uns auf ein neues Niveau bringen, wenn wir eine Chance haben wollen. Dazu gehören auch Veränderungen.“

Davon wird es weitere geben. Keeper Roman Bürki, Axel Witsel, Marcel Schmelzer, Reinier und Marin Pongracic werden den BVB verlassen. Nico Schulz, Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou könnten folgen. Auch ein Verkauf von Emre Can ist nicht ausgeschlossen. Die Suche nach einem hochkarätigen Ersatz Haalands läuft auf Hochtouren, auch Linksverteidiger Ramy Bensebaini von Roses Ex-Klub Borussia Mönchengladbach wird als Neuzugang gehandelt. sid