Trainer Stefan Kuntz gab den deutschen U21-Fußballern etwas zum Nachdenken mit auf den Weg. In einem Monat treffen sie sich zu den nächsten EM-Qualifikationsspielen wieder. Bis dahin sollten sie sich rückblickend auf das 1:4 (1:1)-Debakel am Dienstag in Belgien fragen, „was der frühen Roten Karte geschuldet war, was dem körperlichen Zustand“ und „was ich auch noch an Qualität zulegen muss“, sagte der 57-Jährige. Deutliche Worte nach einer deutlichen Niederlage.

Durch die höchste Pleite in der vierjährigen Amtszeit von Kuntz und die höchste in einer EM-Quali seit dem 1:4 auf Island 2010 stürzte der deutsche Nachwuchs beim Geisterspiel in Löwen von der Tabellenspitze der Gruppe 9. Zwar fahren neben den neun Gruppensiegern auch die fünf besten Zweiten zur zweigeteilten EM-Endrunde im kommenden Jahr in Ungarn und Slowenien. Nach der zweiten Niederlage im fünften Spiel könnte die DFB-Elf aber auch erstmals seit 2011 eine EM verpassen. Aktuell liegt sie einen Punkt hinter Belgien und einen vor den drittplatzierten Bosniern, die aber schon eine Partie mehr bestritten haben.

Nun nur noch Endspiele

Dass die Deutschen anders als 2017, als sie in Polen Europameister wurden, oder 2019, als sie in Italien erst im Finale scheiterten, „in dem Jahrgang kein absoluter Titelfavorit sind, wussten wir“, sagte Kuntz. Dass die DFB-Auswahl schon so verbissen um die Teilnahme an der EM kämpfen muss, überrascht dann aber doch. „Selbstreflexion“ sei jetzt „sehr wichtig“, betonte Kuntz. Ehe es für den deutschen Nachwuchs mit den Partien am 9. Oktober in Moldau und vier Tage später gegen Bosnien-Herzegowina weitergeht. Den ersten zwei von drei „Endspielen“, die das Team laut seinem Trainer jetzt noch hat.

Ich denke, wir kriegen das noch hin“, sagte Verteidiger Nico Schlotterbeck kämpferisch. Klar ist: Weitere Ausrutscher darf sich das DFB-Team aber nicht mehr erlauben. dpa