Moritz Müller fasste es prägnant zusammen: „Mo ist für mich ein Phänomen“, sagte der Kapitän der Nationalmannschaft über den nächsten großen Stern am deutschen Eishockey-Himmel – Moritz Seider. Der 21-Jährige überzeugte in seiner ersten NHL-Saison bei den Detroit Red Wings sofort mit seiner unnachahmlichen Spielweise als Verteidiger die Massen. Ab Freitag muss er sich weiter beweisen, als einer von drei NHL-Legionären der DEB-Auswahl bei der WM in Finnland (13. bis 29. Mai).

Müller ist extrem zuversichtlich. „Mit seiner Präsenz und seiner Qualität wird er uns enorm helfen“, sagte der 35-Jährige. Der Schritt hin zu einem der dominantesten Verteidiger in der NHL sei „toll und klasse für das deutsche Eishockey“, ergänzte Müller.

Angetrieben von seinem Perfektionismus kam Seider in der NHL-Hauptrunde in 82 Spielen für Detroit auf 50 Scorerpunkte (7 Tore, 43 Assists). Ganz begriffen hat der Youngster das Erreichte noch nicht. „Jeder Athlet hat den Ansatz, zu den Besten der Welt gehören zu wollen, dem versuche ich gerecht zu werden“, sagte Seider: „Aber man muss sich schon ab und an mal kneifen und stolz sein auf das, was passiert ist.“

Trophäe in Aussicht

Das Erfolgsrezept scheint klar für Seider, der zum ersten Deutschen werden könnte, der die Calder Trophy für den besten Rookie in der NHL erhält. „Man versucht selber, sich auch einen Namen zu machen. Deshalb brauche ich mich nicht klein krümmen, ich gehe mit breiter Brust aufs Eis“, so Seider: „Ich will jedem Spiel meinen Stempel aufdrücken, und die sollen sich nach mir richten.“ Auf diesem Weg zu einem extrem selbstbewussten Verteidiger in der NHL hatte der frühere Mannheimer Rückschläge einstecken müssen. In der besten Eishockeyliga der Welt war Seider nach seinem Draft 2019 zunächst nicht zum Zuge gekommen. Er spielte in den USA im Farmteam der Red Wings, den Grand Rapids Griffins in der zweitklassigen AHL.

Dort kam er in der Saison 2019/20 in 49 Spielen auf beachtliche 22 Scorerpunkte und sollte zur Belohnung schon damals ins NHL-Team nach Detroit hochgezogen werden – doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Seider, 2019 beim NHL-Draft an sechster Stelle gezogen, wurde in der folgenden Saison von Detroit nach Schweden ausgeliehen. Zudem glänzte er bei der WM 2021 in Riga, wurde zum besten Verteidiger des Turniers gewählt – eine Wiederholung in Finnland bei seiner dritten A-WM scheint möglich.

Der erste Schritt dorthin ist das Auftaktspiel an diesem Freitag (19.20 Uhr/Sport1 und MagentaSport) in Helsinki gegen Rekordweltmeister und Titelverteidiger Kanada. Deshalb sei es wichtig, „einen guten Start ins Turnier hinzulegen. Das erste Spiel wird maßgeblich entscheidend für die Gruppenphase“, sagte Seider und gab einen ersten Warnschuss ab: „Wenn wir einmal in den Rhythmus kommen, dann sind wir schwer zu stoppen.“ sid

Ein schmerzhafter Ausfall im Sturm


Dominik Kahun, der ehemalige NHL-Stürmer, ist nach seinem Ausfall für die Eishockey-WM "sehr enttäuscht. Ich habe so viel dafür getan, dass ich mich überragend gefühlt habe. Nun ist es umso schwerer zu verkraften." Der 26-Jährige, der beim SC Bern in der Schweiz unter Vertrag steht, hatte noch bei der Generalprobe gegen Österreich (3:1) am Sonntag in Schwenningen für die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm gespielt, ist nun aber angeschlagen.