Doppel-Spezialist Andreas Mies wagt in Australien nach der Trennung von Kevin Krawietz einen Neustart. Mit seinem Viertelfinaleinzug ist der bereits gelungen, und er spazierte mit einem breiten Lächeln im Gesicht durch den Melbourne Park. „Ich bin mehr als happy, wie es jetzt angelaufen ist“, sagte der 32 Jahre alte Kölner, für den bei den Australian Open eine neue Etappe seiner Karriere beginnt: „Es könnte für den Start nicht besser laufen. Hoffentlich geht es weiter, wir wollen mehr.“

Wir, das sind nicht mehr Kevin Krawietz und Mies, die „KraMies“ wie sie eigentlich nur genannt wurden. Gemeinsam kamen sie mit zwei Titeln bei den French Open zu sportlichem Ruhm. Nach der Trennung des Erfolgsduos Ende der vergangenen Saison wartet Krawietz nun zu Hause auf die Geburt seines ersten Kindes. Und Mies stürzt sich in Melbourne voller Elan mit seinem neuen Partner, dem Australier John Peers, in den Wettbewerb. Und das erfolgreich – nach einem 6:0, 6:3 gegen Alex Bolt/Luke Saville (Australien) ist der Viertelfinal-Einzug Anhieb geschafft. Sportlich ist es ein reibungsloser Übergang für Mies, der mit Peers nun auf die an Position acht gesetzten Marcel Granollers/Horacio Zeballos (Spanien/Argentinien) trifft.

Er räumte aber auch offen ein, dass das Tour-Leben für ihn nun anders ist. „Es ist schon eine große Umstellung und zwei verschiedene Welten. Einen größeren Kontrast hätte ich mir kaum aussuchen können“, sagte Mies: „John ist das komplette Gegenteil vom Kevin. Er ist die ganze Zeit unter Strom, on fire, überprofessionell.“

Djokovic spürt keinen Schmerz

Den ruhigen Krawietz, der künftig mit dem Frankfurter Tim Pütz spielt, habe er immer etwas pushen und mit seiner Energie mitreißen müssen. Nun gebe er plötzlich den entspannteren Part, sagte Mies. Peers sei ein „sehr netter Typ“, sie müssten sich „noch ein bisschen mehr finden“, und dann sehe man, wo die Reise hingeht: „Ich habe bisher aber ein echt gutes Gefühl.“

Das gilt so ähnlich auch für Novak Djokovic: Der lädierte Oberschenkel hält, der zehnte Titelgewinn in Melbourne rückt näher. Der Serbe hat sich im Achtelfinale nicht lange aufgehalten und Lokalmatador Alex de Minaur eine Lehrstunde erteilt. Djokovic, 35, setzte sich in rund zwei Stunden 6:2, 6:1, 6:2 gegen den klaren Außenseiter durch und steht Down Under zum 13. Mal im Viertelfinale. „Ich habe mein bisher bestes Match in diesem Jahr gespielt. Ich habe nichts gespürt, heute war es großartig“, sagte Djokovic. „Ich danke meinem medizinischen Team, meinen Physiotherapeuten, Gott.“ Er wolle weitermachen und nicht zu früh feiern: „Ich freue mich über die Art und Weise, wie ich mich bewegt und die Bälle getroffen habe.“ sid