Köln / dpa Bundesliga beschließt Hygienekonzept und entlastet Topklubs.

Nach monatelangen Videokonferenzen sitzen die Manager der Handball-Bundesliga (HBL) erstmals wieder an einem Tisch – um Neuerungen und die Bewältigung der Corona-Krise zu besprechen. „Derzeit spricht nichts dagegen, dass wir am 1. Oktober loslegen können“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Und Liga-Präsident Uwe Schwenker betonte: „Es gilt, das Überleben der Vereine zu sichern.“

Neben den Leitlinien für das dringend benötigte Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern, wurde auch eine neue Regel für die kommende Saison 2020/21 verabschiedet: Um die enorm geforderten Topklubs zu entlasten, entscheidet künftig bei Punktgleichheit nicht wie bisher das Torverhältnis über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. Dies soll den Spitzenvereinen den Druck nehmen, in jedem Spiel mit dem stärksten Aufgebot bis zum Schluss auf Torejagd gehen zu müssen. So soll die Regel auch Ruhepausen für die Nationalspieler schaffen.

Denn auf die Branche wartet ein Mammutprogramm. Diverse ausgefallene Wettbewerbe werden nachgeholt: die Endrunden von Champions League und DHB-Pokal sowie die Olympischen Spiele mit vorheriger Qualifikation.

Bis zum Saisonbeginn muss ein tragfähiges Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern vorliegen. Besprochen wurden beispielsweise neue Lüftungssysteme und eine systematische Führung der Laufwege. Anders als im Fußball sind die Handballer in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Ticketverkauf angewiesen. „Da fahren wir noch sehr auf Sicht und sind von der Politik und den Behörden abhängig. Es kann sein, dass ein Verein mit Zuschauern spielen kann und ein anderer nicht“, sagte Bohmann.

Derzeit liegt ein Leitfaden zur Prüfung beim Bundesgesundheitsministerium. Das gemeinsam mit dem Basketball und Eishockey erarbeitete Generalkonzept soll Ende dieser Woche fertiggestellt sein. „Danach muss jeder Club seine Hausaufgaben machen“, sagte Schwenker. dpa