Carlos Alcaraz „Spielerisch hat der 19-Jährige unglaubliche Qualitäten, doch seine vielleicht größte Stärke bewies er im 5:15-Stunden-Krimi des Viertelfinals gegen Jannik Sinner: Er gibt nie auf. Im Tennis-Zirkus sagen ihm viele eine große Zukunft voraus, darunter sein spanischer Landsmann Rafael Nadal: „Er ist kein normaler Junge. Genauso wenig, wie ich ein normaler Junge war.“

Frances Tiafoe  Der US-Amerikaner ist neuer Fanliebling. Der 24-Jährige, der blitzschnell von Abwehr auf Angriff umschalten kann, feiert spektakuläre Punkte mit der Salzstreu-Geste, die aus Edel-Restaurants bekannt ist. Doch er kennt auch die andere Seite. Tiafoe wuchs in einfachsten Verhältnissen auf. Wenn seine Mutter als Krankenschwester Nachtschicht schob, nächtigte er oft auf der Massagebank in einem Tennis-Center in Washington D.C., in dem sein Vater arbeitete. Geschadet hat es ihm nicht: „Ich konnte umsonst Tennis spielen, den Sport, den ich liebe.“

Casper Ruud Der Norweger tritt unauffällig auf – so ist auch sein Spiel: wenig Spektakel, kaum Fehler. Der 23-Jährige ist der erste Norweger im Halbfinale der US Open. Damit hat er seinem Vater und Trainer Christian, der einst auch erfolgreicher Profi war, etwas voraus. Der forderte und förderte seinen Sohn schon in ganz jungen Jahren. „Wir haben viel Zeit, viel Arbeit und große Mühen investiert“, sagte Casper.

Karen Chatschanow Der Russe ist der große Außenseiter, doch in dieser Rolle fühlt er sich wohl. Den Australier Nick Kyrgios entnervte Chatschanow mit grundsolidem Spiel so sehr, dass der zwei Schläger zertrümmerte. „Das war von Beginn bis Ende eine großartige Leistung von mir“, sagte Chatschanow. Dass die Fans ihn nicht mögen, scheint den 26-Jährigen zu motivieren. sid