Abgeschottet von der Öffentlichkeit bereitet sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Stuttgart auf den Auftakt der Nations League vor. Am Donnerstag trifft das DFB-Team in der Mercedes-Benz-Arena auf Spanien, ein europäisches Top-Team. Am Sonntag geht es dann in Basel gegen die Schweiz (beide 20.45 Uhr/ZDF). Die Nationalspieler übernachten in einem Hotel in Stuttgart-Degerloch, das von der Polizei bewacht wird, damit den Stars niemand zu nahe kommt. In Corona-Zeiten ist Vorsicht oberstes Gebot. Gleich nach der Ankunft am Montag haben sich Trainer, Betreuer und Spieler Corona-Tests unterziehen müssen. Alle waren negativ.

Am Dienstag trainierte das Team von Bundestrainer Joachim Löw auf dem Trainingsgelände des VfB unweit der Mercedes-Benz-Arena. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zuschauer sind auch am Donnerstag nicht zugelassen.

Viele Augen richten sich dann auf Leroy Sané und Niklas Süle (beide Bayern München), die erstmals nach ihren Kreuzbandrissen wieder im DFB-Kader stehen – und denen mit Blick auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr eine besondere Rolle zugedacht wird. Denn Sané und Süle verkörpern die starken Jahrgänge 1995/96, denen auch die Bayern-Stars Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Leon Goretzka sowie Timo Werner (FC Chelsea) und Julian Brandt (Borussia Dortmund) angehören.

Diese Spieler sowie die Rio-Weltmeister und Routiniers Manuel Neuer und Toni Kross bilden für Löw das Gerüst seines neuen Teams. „Wir haben das Ziel, eine erfolgreiche EM zu spielen“, betonte der Bundestrainer, der sich kürzlich erneut gegen eine Rückkehr der wiedererstarkten Münchner Triple-Sieger Thomas Müller und Jérôme Boateng ausgesprochen hatte.

Sané fühlt sich bereit, auch wenn er nach der langen Pause noch nicht der alte sei. „Ich denke, ich bin bei 80 Prozent“, sagte der Neu-Bayer Sané bei dfb.tv: Ihm fehlten Spiele und Rhythmus. Die vergangenen Monate seien hart gewesen. Sein Vereinskollege Süle betonte am Dienstag in einer virtuellen Pressekonferenz: „Ich habe es unglaublich vermisst, das zu tun, was ich liebe. Der DFB hat mir unglaublich gefehlt.“ Die Nationalmannschaft besitze durchaus „den gleichen Titel-Hunger“ wie die Triple-Sieger des FC Bayern, betonte Süle. Und ja, das DFB-Team habe das Zeug dazu, 2021 den EM-Titel zu gewinnen. „Wir sind eine richtig geile Truppe.“

Abwehrmann und Ex-VfB-Akteur Antonio Rüdiger freut erst einmal sich auf Spanien. „Es ist wichtig, Spiele gegen starke Gegner zu haben“, betonte er. Das Duell mit den traditionell spielstarken Spaniern komme gerade recht. „Das ist immer noch eine große Fußballweltmacht mit unglaublichen Spielern.“

Bundestrainer Löw hat für die beiden kommenden Begegnungen auf die Nominierung der Bayern-Spieler Neuer, Goretzka, Gnabry und Kimmich verzichtet. Nach dem Champions-League-Gewinn dürfen sie noch ein wenig regenerieren. Nico Schulz fällt aus. Der Linksverteidiger aus Dortmund ist wegen Wadenproblemen aus Stuttgart abgereist. Für ihn dürfte Shootingstar Robin Gosens (Atalanta Bergamo) sein Debüt geben.

Wie heikel die Lage ist, zeigen die jüngsten Nachrichten aus dem Lager der deutschen Gegner: Den Spaniern droht für das Spiel in Stuttgart ein weiterer Ausfall wegen Covid-19. Ein Corona-Test ergab bei Adama Traore (Wolverhampton Wanderers) ein „zweifelhaftes Ergebnis“. Der Stürmer reiste deshalb nicht zum Treffpunkt der Mannschaft von Trainer Luis Enrique an, soll aber bei einem negativen Test nachkommen. Zuvor war bereits Mikel Oyarzabal (Real Sociedad) positiv auf das Coronavirus getestet worden. Für den 23-Jährigen wurde Gerard Moreno (FC Villarreal) nachnomminiert.

Auch das Schweizer Nationalteam hat einen positiven Fall: Torwarttrainer Patrick Foletti wurde positiv auf Covid-19 getestet. Nach Angaben des Verbandes sind alle weiteren Testresultate der Schweizer Delegation negativ ausgefallen. (mit sid/dpa)

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Spiele bestreitet die DFB-Elf in der Gruppe 4 der Nations League. Drei Heimspiele und drei Auswärtspartien. Zur Gruppe gehören auch Spanien, die Schweiz und die Ukraine.