Mit dem fünften Sieg in Folge hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Qualifikation für die WM im kommenden Jahr in Katar perfekt gemacht. Die DFB-Elf gewann am Montagabend in Nordmazedonien mit 4:0 (0:0) und ist zwei Spieltage vor Schluss als Spitzenreiter der Quali-Gruppe J nicht mehr einzuholen. Das Ticket für die Endrunde ist damit sicher.

Bundestrainer Hansi Flick hatte sein Team auf fünf Positionen verändert. Thomas Müller und Kai Havertz spielten in der Offensive von Beginn an. Leroy Sané und Marco Reus nahmen auf der Bank Platz. In der Abwehr-Viererkette liefen Leipzigs Lukas Klostermann und der Hoffenheimer David Raum auf – für den angeschlagenen Antonio Rüdiger und Jonas Hoffmann. Kapitän Manuel Neuer, er hatte beim 2:1 gegen Rumänien noch verletzt gefehlt, stand wieder im Tor.

Die deutsche Mannschaft kam gut hinein in dieses Spiel auf regennassem Platz. Sie störte den Gegner früh, blieb konsequent in den Zweikämpfen und hatte im Spiel nach vorne schnell ihre Chancen. So hatte Joshua Kimmich nach butterweicher Havertz-Flanke bereits nach 120 Sekunden die Führung auf dem Kopf. Nordmazenoniens Schlussmann Stole Dimitrievski konnte den Ball gerade noch so vor dem Übertreten der Torlinie aus der Gefahrenzone boxen. Gute Möglichkeiten hatten zudem Timo Werner, zweimal Serge Gnabry und Routinier Thomas Müller (12./17./25./30.).

Die Gastgeber waren damit beschäftigt, die deutschen Angriffszüge zu unterbinden. Sie agierten aber keineswegs nur defensiv, sondern suchten die schnellen Umschaltmomente. Da musste die DFB-Elf auf der Hut sein. Bei der deutschen Mannschaft stimmten erneut Engagement und Laufbereitschaft. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen. Die Flick-Schützlinge waren klar überlegen. Allerdings fehlte wie schon am vergangenen Freitag in Hamburg gegen Rumänien in vielen entscheidenden Situationen die Präzision beim letzten Pass in die Angriffsspitze. Schlicht Pech hatte Mittelstürmer Timo Werner, der unmittelbar vor dem Pausenpfiff aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf (45+1).

Nach der Pause waren die Deutschen dann voll da – und zogen davon. Die gegnerische Defensive war aufgerückt, als Thomas Müller einen Ball abfing. Serge Gnabry bediente seinen Vereinskollegen vom FC Bayern mit einem starken Pass in die Tiefe. Und dann ging die Post ab. Müller sprintete mit dem Ball am Fuß los und spielte im richtigen Moment auf Kai Havertz ab. Der Stürmer des FC Chelsea schob die Kugel locker ein. 1:0 für die Flick-Elf (50.). Der Knoten war geplatzt.

In der Folge traf auch der zuvor so glücklose Timo Werner. Und dies sogar doppelt. Zum 2:0 nach erneut hervorragender Vorarbeit von Müller, wenig später mit einem herrlichen Schlenzer (70./73.). Den Schlusspunkt setzte ein Youngster: Der 18-Jährige Jamal Musiala erzielte nach seiner Einwechslung das 4:0 (83.).

DFB-Präsident: Schlechte Karten für Peters


Die K.o.-Nachricht aus dem Amateurlager erreichte Peter Peters unmittelbar vor dem zweieinhalbstündigen Flug nach Skopje. Der Trip zum Auswärtsspiel der Nationalelf wurde wohl vorerst zu einer seiner letzten großen Dienstreisen als oberster DFB-Funktionär. Denn mit dem unmissverständlichen Signal der Landesfürsten traf ihn im Rennen um das Amt des DFB-Präsidenten wohl bereits das Aus. „Ich habe Interesse gezeigt“, sagte der 59-Jährige. „Ich habe aber genauso deutlich gesagt, dass ich das nur mache, wenn ich das Vertrauen der Amateurvertreter habe.“

Ganz offensichtlich hat er das aber nicht. Denn die Chefs der Landes- und Regionalverbände kündigten an, einen Vertreter oder eine Vertreterin aus dem Amateurbereich beim Ordentlichen DFB-Bundestag am 11. März ins Rennen zu schicken. Peters knapp: „Das muss man respektieren.“